1888–1920: Von Nebraska in die Werkstatt in San Diego
Rife wurde 1888 in Elkhorn in Nebraska geboren. 1913 kam er als Fünfundzwanzigjähriger nach San Diego, nachdem er von New York aus das Land mit dem Auto durchquert hatte. Lynes beschreibt ihn als glücklich verheirateten Mann, den Maschinen, Optik, Elektronik und Bakteriologie faszinierten. Freunde nannten ihn Roy und betonten seine Sanftmut, Bescheidenheit und außergewöhnliche Geschicklichkeit.
Seine Interessen reichten von der Ballistik und dem Bau von Rennwagen bis zur Fotografie und Mikroskopie. Für diese frühen Jahre erwähnt das Buch auch seinen Dienst in der Marine während des Ersten Weltkriegs und Reisen zu europäischen Laboratorien im Auftrag der amerikanischen Regierung. Rife erwarb sich Kenntnisse, mit denen er eine Forschungsidee selbst in ein präzise gebautes Instrument umsetzen konnte.
1917 begann er mit dem Bau seines ersten Mikroskops, das er 1920 fertigstellte. Damals entstand auch sein erstes Hochfrequenzinstrument. Bei der Beobachtung von Organismen beschäftigte ihn die Frage, ob ihre unterschiedlichen chemischen und elektrischen Eigenschaften auch unterschiedliche Reaktionen auf elektrische Frequenzen bedeuteten. Für seine Versuche brauchte er Mikroskope, Röhren, elektronische Bauteile, fotografische Ausrüstung, Laborkulturen und Tiere. Die Industriellen Timken und Bridges finanzierten das Labor und die frühen Forschungsarbeiten.
Ein Mitarbeiter erinnert sich: Rifes Arbeit im Labor
Lynes veranschaulicht die Art seiner Arbeit durch die Erinnerung eines Mitarbeiters aus dem Jahr 1958. Dieser beschreibt einen Mann, der Mikroskope, einen Mikromanipulator (ein Gerät zum sehr präzisen Bewegen winziger Gegenstände unter dem Mikroskop) und winzige chirurgische Hilfsmittel selbst herstellte, Versuchstiere sorgfältig operierte und stundenlang regungslos Präparate beobachtete. Er erinnert sich auch an das geordnete Labor und an Rifes Geduld. Dieses Porträt erklärt, weshalb seine Mitarbeiter in ihm weit mehr sahen als den Erfinder eines einzigen Geräts. [1]
Die zwanziger Jahre: Der Wunsch, Lebendiges zu sehen
Das erste Forschungsgebiet, das das Buch ausführlicher beschreibt, ist die Tuberkulose. Rife versuchte, die elektrische Reaktion ihres Erregers zu ermitteln und die Wirkung unter dem Mikroskop zu verfolgen. Nach Lynes’ Bericht gelang es ihm, die beobachteten Bakterienformen zu zerstören, doch einige Versuchstiere starben trotzdem. Rife schloss daraus, dass eine kleinere, für das Auge unsichtbare Form zurückblieb. Um sie untersuchen zu können, brauchte er eine andere Art der Beobachtung.
Zwischen 1920 und 1925 entstanden etwa zwanzigtausend geschnittene und gefärbte Gewebepräparate. Dennoch fand er nicht, wonach er suchte. Er glaubte, chemische Farbstoffe und die Präparation veränderten oder zerstörten winzige Strukturen, bevor der Forscher sie überhaupt betrachten konnte. Aus dieser Unzufriedenheit erwuchs die Idee, die Lynes als »Färbung mit Licht« bezeichnet: Der Mikroorganismus sollte bei geeigneter Beleuchtung sichtbar werden, ohne die übliche chemische Färbung.
Sein zweites Mikroskop vollendete er 1929. Ein Artikel auf der Titelseite der San Diego Union vom 3. November beschrieb sein Gerät und seine Suche nach einer schnelleren Herstellung lebender Präparate. Rife erläuterte dem Journalisten den Vorteil eines Forschers, der zugleich Mechaniker war: Er kannte die Fragestellung und konnte das Werkzeug für die Antwort selbst bauen. Ein späterer Zeitungsbericht verglich seinen Ansatz mit der Astronomie, bei der der Beobachter Himmelskörper anhand ihres Lichts erkennt.
Im Kapitel über die zwanziger Jahre setzt Lynes den Beginn von Rifes Krebsforschung auf 1922. Die zwanziger Jahre waren für ihn eine Zeit beharrlicher Arbeit, die er selbst als reine Wissenschaft bezeichnete. Mit der Nachricht von 1929 endete die Abgeschiedenheit: Besucher kamen, Briefe trafen ein, Vorführungen wurden erbeten und Zusammenarbeit angeboten. Gleichzeitig begann die Weltwirtschaftskrise. Lynes sieht darin den Übergang von einer vergleichsweise freien Forschung in ein Jahrzehnt, in dem Rife neben technischen Fragen auch Fragen des Geldes, des Ansehens und des Einflusses lösen musste. [1]
1931: Die Begegnung mit Kendall und Johnson

1931 traten zwei entscheidende Unterstützer in Rifes Leben. Arthur I. Kendall leitete die medizinische Forschung an der Northwestern University in Chicago. Milbank Johnson war Arzt, Mitglied der Leitung eines Krankenhauses in Pasadena und ein einflussreicher Vermittler in den Ärztekreisen Südkaliforniens. Kendall hatte von dem ungewöhnlichen Mikroskop gehört und bat Johnson, den Berichten nachzugehen.
Johnson besuchte Rife gemeinsam mit dem Pathologen Alvin G. Foord und zwei weiteren Ärzten. Er berichtete Kendall von dem Gesehenen, worauf dieser Mitte November nach Kalifornien kam. Er brachte seinen eigenen Nährboden mit, das K Medium. Kendall untersuchte damit Bakterienformen, die klein genug waren, um Filter zu passieren, die gewöhnliche Bakterien zurückhielten. Nun wollte er das, was er durch Kulturen und Filtration festgestellt hatte, auch sehen.
Das Buch beschreibt einen Versuch mit dem Erreger des Typhus. Nach der Kultivierung und wiederholter Filtration beobachteten die beiden unter Rifes Mikroskop winzige, bewegliche, türkisblau leuchtende Körperchen. Lynes nennt achtzehn Wiederholungen des Versuchs. In der wiedergegebenen optischen Beschreibung war die kontrollierte polarisierte Beleuchtung (Beleuchtung mit Licht, dessen Schwingungen auf bestimmte Weise ausgerichtet sind) entscheidend: Durch die Einstellung der Prismen sollte ein ausgeprägter Farbkontrast zwischen den beobachteten Körperchen und dem farblosen Hintergrund des Nährbodens entstehen.
Das Abendessen, Zeitungsberichte und Fachveröffentlichungen von 1931
Am 20. November veranstaltete Johnson ein Abendessen zu Ehren Kendalls und Rifes. Mehr als dreißig Ärzte, Pathologen und Bakteriologen nahmen daran teil. Die Los Angeles Times berichtete zwei Tage später über das Ereignis und veröffentlichte anschließend auch ein Foto der beiden Forscher. Der von Lynes wiedergegebene Zeitungsbericht schrieb dem Mikroskop eine Arbeitsvergrößerung von 5.000- bis 17.000-fach zu und hob die neue Anordnung von Linsen, doppelten Quarzprismen und starker Beleuchtung hervor.
Im Dezember erschien ihr Beitrag Observations on Bacillus Typhosus in its Filtrable State in der Zeitschrift California and Western Medicine. Die Nachrichtenbeilage von Science veröffentlichte am 11. Dezember eine Meldung über filtrierbare Körperchen, die mit Rifes Mikroskop sichtbar waren. Ende des Monats berichtete die Zeitung außerdem von einer Vorführung vor zweihundertfünfzig Wissenschaftlern. Lynes schildert 1931 als einen Augenblick, in dem die neue Optik und Kendalls Kulturen eine breitere Forschungsrichtung zu eröffnen schienen. [2]
1932: Der Streit um Bakterien, Viren und die Art des Beobachtens
Um die Bedeutung von Kendalls Versuchen zu erklären, führt Lynes die Geschichte zum Streit zwischen Béchamp und Pasteur sowie zum Pleomorphismus zurück, dem Formenwechsel von Mikroorganismen. Seiner Deutung zufolge hatte die Medizin eine zu starre Grenze zwischen Bakterium und Virus gezogen und Forscher übergangen, die verschiedene Formen einem einzigen Lebenszyklus zuordneten. Er stellt Rifes Arbeit in diese längere Forschungstradition, die seiner Überzeugung nach vernachlässigt worden war.
Béchamps Vorstellung von Veränderungen der Mikroorganismen
Lynes erläutert Béchamps Deutung noch genauer: Die Veränderung habe nicht nur die Form der Bakterien betroffen, sondern auch ihre Größe. Die winzigen Teilchen nannte Béchamp Mikrozymen. Seiner Überzeugung nach ermöglichte ihnen ein gestörtes inneres Milieu, sich zu krankheitserregenden Formen zu entwickeln, während verbesserte Bedingungen die Rückkehr zu kleineren, harmlosen oder nützlichen Formen erlaubten. Lynes stützt sich hier auf E. Douglas Hume und ihr Buch Béchamp or Pasteur. Er fasst ihren Gedanken zusammen, dass die Medizin bei einer anderen Aufnahme dieser Forschungen einen anderen Weg hätte einschlagen können. Außerdem gibt er ihre Darstellung wieder, wonach Henri 1914 am Pasteur-Institut Veränderungen der Bakterienformen bestätigt habe. [12]
Besonders hebt er Thomas Rivers vom Rockefeller Institute hervor. Rivers vertrat eine Unterscheidung, nach der sich ein Virus nur in lebendem Wirtsgewebe vermehren konnte. Kendalls Bericht über winzige filtrierbare Formen auf einem künstlichen Nährboden berührte damit eine Grundfrage der damaligen Diskussion. Lynes misst dem nicht nur theoretische Bedeutung bei: Seiner Ansicht nach waren mit dem Ansehen führender Forscher auch der Zugang zu Geld und die Aussicht auf fachliche Anerkennung verbunden. [12]
Spätere Forscher und die Debatte über Bakterien und Viren
In Lynes’ Darstellung stand Kendall auch in den dreißiger Jahren nicht allein. Lida Mattman wies in ihrem Buch von 1974 darauf hin, dass Kleineberger und Dienes bereits Mitte jenes Jahrzehnts die Züchtung filtrierbarer Organismen auf festem Nährboden beschrieben und ihre Rückkehr zu größeren Formen verfolgt hatten. Lynes ordnet ihre Arbeiten einige Jahre nach Kendalls ein und fragt, warum sie die Haltung ihm gegenüber nicht verändert hätten. Anschließend wendet er sich Gerald J. Domingue und dessen Buch von 1982 zu: Dieser betonte die Fülle experimenteller und klinischer Beobachtungen zu zellwandlosen Bakterien, zugleich aber auch eine große Forschungslücke hinsichtlich ihrer Rolle bei Krankheiten. [12]
Ein weiteres Beispiel von Lynes ist Peyton Rous vom Rockefeller-Institut, der 1911 einen Zusammenhang zwischen einem Virus und Krebs nachwies. Der Autor beschreibt, wie jahrzehntelang die Erklärung durch somatische Mutation vorherrschte, nach der Krebs durch eine Veränderung in der Zelle selbst entsteht; Rous erhielt den Nobelpreis erst 1966, fünfundfünfzig Jahre nach seiner Entdeckung, im Alter von sechsundachtzig Jahren. Lynes fasst anschließend einen wesentlich weiterreichenden Schluss von Mattman und Alexander-Jackson zusammen: Weil Rous’ Erreger sowohl DNA als auch RNA gebildet haben soll, brachten sie ihn mit einem filtrierbaren Bakterium in Verbindung. Der Autor stellt dieses Argument als Einwand gegen die damalige Abgrenzung zwischen Viren und Bakterien sowie als Stütze seiner Erzählung von übersehenen Lebensformen dar. [12]
Kendall trat am 3. und 4. Mai 1932 auf einer Tagung der Association of American Physicians in Baltimore auf. Lynes berichtet, Rivers habe zunächst versucht, seinen Auftritt zu verhindern, und anschließend verlangt, dass auch er und Hans Zinsser sprechen dürften. Weil sie selbst Kendalls Ergebnisse nicht hatten wiederholen können, bezeichneten sie ihn vor den Versammelten als Lügner. Kendalls Verteidiger entgegneten, die Gegner hätten sich nicht an sein Verfahren gehalten. William H. Welch trat für ihn ein und bezeichnete die Beobachtung als Fortschritt in der Medizin. Für Lynes war dies ein entscheidender Moment, in dem persönliche und institutionelle Autorität das breitere Interesse zum Stillstand brachte.
Der Bericht der Familie Rosenow und Lynes’ Kritik
Unabhängig von Kendalls Auftritt führt Lynes ein Zeugnis aus Rosenows Familie an. Dessen Sohn Edward C. Rosenow junior berichtete, Forscher des Rockefeller-Instituts hätten seinem Vater beinahe Unredlichkeit bei seinen Experimenten vorgeworfen. Der Vater habe ihm erwidert, seine Gegner wollten ihm schlicht nicht zuhören. Besonders aufschlussreich ist die Schilderung des Sohnes aus seiner Studienzeit in Harvard: Zinsser habe ihm gegenüber eingeräumt, bei dem erfolglosen Versuch, die Experimente seines Vaters zu wiederholen, nicht einmal dessen Nährboden verwendet zu haben. Lynes sieht darin mehr als einen Unterschied im Laborverfahren: Für ihn ist es ein Beispiel dafür, wie eine Ablehnung ausgesprochen wurde, bevor die Bedingungen, auf denen der ursprüngliche Bericht beruhte, tatsächlich geprüft worden waren. [12]
Der Autor richtet seine Kritik nicht ausschließlich gegen die Gegner. In einem späteren Kapitel wirft er Kendall vor, Rife in seinem Vortrag und seiner Verteidigung nicht erwähnt und nicht auf die Bedeutung seines Mikroskops hingewiesen zu haben. Nach Lynes’ Ansicht hätte er die Aufmerksamkeit auf das Instrument lenken müssen, mit dem sich die Beobachtungen vorführen ließen. Stattdessen blieb die Diskussion im Streit zwischen gegensätzlichen bakteriologischen Schulen gefangen.
Edward C. Rosenow von der Mayo Clinic arbeitete vom 5. bis 7. Juli in Kendalls Labor in Chicago mit Kendall und Rife zusammen. Über die beobachteten türkisfarbenen Körperchen berichtete er in einer Publikation der Mayo Clinic und am 26. August in Science. In einem Brief an Rife betonte er besonders die Bedeutung der monochromatischen Beleuchtung (Beleuchtung mit Licht einer Farbe oder eines engen Wellenlängenbereichs) und bat ihn um eine Erklärung der physikalischen Grundlagen. Rife richtete seine Anstrengungen jedoch bereits auf ein neues Ziel: Mit Kendalls Nährboden wollte er den Organismus finden, den er mit Krebs in Verbindung brachte. [2] [7]
Medizin und Macht: Der Hintergrund von Lynes’ Erzählung
Lynes schreibt die Geschichte nicht nur als Biografie eines Erfinders. Im Kapitel über die amerikanische Medizin versucht er zu erklären, weshalb eine seiner Ansicht nach erfolgreiche Methode keinen Weg in die breitere Anwendung fand. Er beschreibt die Verflechtung von Ärzteverbänden, privaten Forschungseinrichtungen, Pharmaunternehmen, Werbung und später auch staatlichen Behörden. Sein zentraler Vorwurf lautet, die Interessen dieser Gruppen hätten die Bereitschaft überlagert, die Arbeit eines Forschers außerhalb ihres Kreises zu prüfen.
Wie Lynes die Macht der Institutionen und der Forschungsgelder erklärt
Um die Macht der AMA zu erklären, geht Lynes auf ihre Neuordnung von 1901 zurück. Seiner Darstellung nach schloss sich die Vereinigung zu einem Verband der Ärzteorganisationen der einzelnen Bundesstaaten zusammen und verknüpfte die Zugehörigkeit zu örtlichen Ärztevereinen mit der Mitgliedschaft auf Ebene des jeweiligen Bundesstaates. So erfasste sie nach und nach die Mehrheit der Ärzte. Die Akkreditierung medizinischer Hochschulen verschaffte ihr anschließend Einfluss auf Ausbildung, Standards und anerkannte Praxis. Lynes verbindet diese Entwicklung auch mit der ärztlichen Zulassung: Seiner Deutung nach riskierte ein Arzt, der auf einem Vorgehen außerhalb des erlaubten Rahmens beharrte, seine berufliche Zukunft. Vor diesem Hintergrund beschreibt er später den Druck auf Anwender von Rifes Instrumenten. [12]
Eine besondere Rolle schreibt er Morris Fishbein und der American Medical Association, der AMA, zu. Dabei stützt er sich auch auf den Autor Morris A. Beale, der die Verbindung zwischen Werbung in medizinischen Zeitschriften und der Anerkennung von Produkten kritisiert hatte. Aus dessen Darstellung übernimmt er das Beispiel des Präparats Maelum: Auf die Anerkennung folgte das Angebot, Anzeigen zu schalten; nach dessen Ablehnung wurde die Anerkennung zurückgezogen. Lynes stellt damit ein geschäftliches Muster vor, in das er später Cullens Aussage über den Versuch einordnet, eine Beteiligung an Rifes Technologie zu erwerben.
Das Buch fragt deshalb auch, wo die Bundesregierung gewesen sei, als Rifes Zusammenarbeit 1938–1939 in Schwierigkeiten geriet. Lynes antwortet, das NIH sei damals noch eine kleine Einrichtung gewesen, die gerade erst ihre dauerhaften Räumlichkeiten in Bethesda bezogen habe, während das National Cancer Institute erst 1937 gegründet worden sei. Die staatliche Finanzierung der Krebsforschung auf Bundesebene stand noch am Anfang. Zugleich beschreibt er Fishbeins Lobbyarbeit in Washington im Jahr 1938 gegen Roosevelts ersten Versuch eines landesweiten Gesundheitsprogramms. Der Autor verbindet beide Umstände zu einer Erklärung dafür, warum es seiner Ansicht nach kein ausreichend starkes Gegengewicht von außen bei den Entscheidungen der Ärzteorganisationen gab. [12]
Der zweite Teil seiner Erklärung betrifft die Finanzierung der Wissenschaft. Das Rockefeller Institute, private Stiftungen und Pharmaunternehmen spielten bei der Auswahl der Forschungsrichtungen eine wichtige Rolle. Für die spätere Zeit hebt das Buch Cornelius P. Rhoads, Memorial Sloan-Kettering und die American Cancer Society hervor. Lynes verbindet ihre Ausrichtung mit dem Widerstand gegen die Forschung Livingston-Wheelers und anderer Vertreter einer mikrobiellen Erklärung von Krebs.
Rhoads’ spätere Ausrichtung verbindet Lynes mit dessen Leitung des Dienstes für chemische Kriegsführung zwischen 1943 und 1945 und seinem Eintreten für die Chemotherapie nach dem Krieg. Seiner Darstellung des Entzugs der Unterstützung für Livingstons Labor fügt er eine Steuerermittlung hinzu, die eine nicht namentlich genannte einflussreiche Persönlichkeit aus New York veranlasst haben soll. Die American Cancer Society stellt er als eine Organisation vor, die 1913 von John D. Rockefeller junior und Geschäftspartnern gegründet worden sei. Für ihre Führung nach dem Krieg nennt er Pharmamanager, Werbefachleute, Kuratoriumsmitglieder von Sloan-Kettering und Befürworter etablierter Behandlungen. Unter Berufung auf Ralph Moss behauptet er, die Verteilung von Forschungsgeldern habe Bündnisse gefestigt und Gegnern die Arbeit erschwert. [12]
Das Kapitel endet jedoch nicht bei einer Aufzählung von Interessen. Über Moss führt Lynes den Gedanken des Chemotherapeuten David Karnofsky an, eine Behandlung solle danach beurteilt werden, ob sie wirkt: Ausschlaggebend sollten weder das Ansehen ihres Verfechters noch der Reiz der Theorie, berühmte Unterstützer oder Patientenberichte sein. Er ergänzt dies um die Betonung des Nobelpreisträgers Charles Huggins, entscheidend sei es, Krebs zu heilen. Lynes wendet beide Gedanken gegen die Einrichtungen, die er kritisiert. Sein Schluss lautet, selbst eine ungewöhnliche Erklärung müsse eine faire Gelegenheit erhalten, ihre Ergebnisse überprüfen zu lassen. Dieses Prinzip legt er anschließend als Maßstab an die Reaktionen auf Rife an. [12]
Dieser Hintergrund erklärt die Schärfe seines Untertitels Fifty Years of Suppression. Der Autor glaubt, Rifes Arbeit sei nicht zufällig verloren gegangen, sondern durch eine Reihe von Entscheidungen jener Menschen, die Finanzierung, Veröffentlichung oder Anwendung der Geräte verhindern konnten. Mit diesem Blick verfolgt er auch die folgenden Ereignisse: die anfängliche Begeisterung der Ärzte, die immer schwierigere Suche nach Unterstützung und den späteren Zerfall der Zusammenarbeit. [12]
1932–1933: BX, das Frequenzinstrument und das Universalmikroskop

1932 erhielt Rife von der Einrichtung Paradise Valley in National City eine Probe eines Brusttumors. Die ersten Kulturen zeigten nicht das, wonach er suchte. Nach der später in einem Zeitungsartikel von Newall Jones veröffentlichten Schilderung kam die Wende, als eine Kultur neben einer elektrisch angeregten Argonröhre stehen blieb. Anschließend beobachtete Rife winzige rotviolette Partikel. Er bezeichnete sie als BX und hielt sie für das Karzinomvirus. Die erste im Buch enthaltene Beschreibung ihrer Merkmale trägt das Datum 20. November 1932.
Näheres zu Kulturen, Versuchen und Rifes Deutungen
Lynes berichtet, Rife und sein Laborassistent E. S. Free hätten das Verfahren hundertviermal mit demselben Ergebnis wiederholt. In Rifes späterer Darstellung erscheinen vier Formen: BX, das größere, mit Sarkomen verbundene BY, eine monokokkoide Form (eine Form aus einzelnen kugelförmigen Bakterien) in den Monozyten (weißen Blutkörperchen einer bestimmten Art) des Blutes und eine Pilzform namens Cryptomyces pleomorphia. Rife behauptete, sie könnten sich je nach Nährboden ineinander umwandeln. In einem Bericht von 1953 beschrieb er mehr als dreihundert Wiederholungen eines Zyklus, bei dem nach der Inokulation (dem Einbringen biologischen Materials in einen Versuchsorganismus) Tumoren entstanden, aus denen er wiederum BX gewann.
Für Lynes ist eine weitere Schilderung Rifes besonders aussagekräftig. Eine Pilzkultur, die aus der ursprünglichen Probe eines nicht ulzerierten Brusttumors hervorgegangen sei, habe man ein Jahr lang im Ruhezustand gehalten und anschließend auf ihren Nährboden auf Spargelbasis zurückgebracht. Rife berichtete, er habe darin nun weder Pilzformen noch Monokokken noch BX- oder BY-Formen gefunden, sondern bacillus coli, das den üblichen Laboruntersuchungen entsprochen habe. Lynes liest diese Geschichte als besonders deutliche Darstellung des Pleomorphismus: Durch das veränderte Milieu sei der Organismus zu etwas geworden, das ein anderer Beobachter als völlig anderes Bakterium einordnen würde. Im Mittelpunkt steht Rifes Deutung des Ursprungs der Kultur und ihrer Umwandlung. [3]
Im selben Bericht nannte Rife mehr als vierhundert erfolgreiche Tierversuche vor der Anwendung am Menschen. Lynes stellt diese Angaben als Kern des Weges von der Laborkultur zur Klinik dar. Dabei verbindet er Rifes Erklärung mit dem inneren Milieu des Organismus: Rife führte Krankheit auf die Wirkung chemischer Bestandteile von Mikroorganismen auf einen gestörten Zellstoffwechsel zurück. Deshalb interessierten ihn nicht nur die sichtbaren Formen, sondern auch die Bedingungen, unter denen sie auftraten. [3]
Eine abschließende Anmerkung zu diesem Kapitel erweitert die Geschichte um den Nährboden selbst. Lynes beschreibt K Medium als ein Präparat aus getrocknetem Schweinedarm unter Zusatz einer Salzlösung. Seiner Zusammenfassung zufolge habe die Bestrahlung der Kultur die Virulenz (die Fähigkeit, Krankheiten oder schwerere Krankheitsverläufe hervorzurufen) des vermuteten Erregers erhöht und die Tumorbildung bei Versuchen beschleunigt. Anschließend schreibt er Rife außerdem die Behauptungen zu, Schweinefleisch und Pilze seien ein natürliches Wachstumsumfeld dieses Organismus und eine natürliche Ursache von Krebs; zudem habe er ihn auch in Orchideen gefunden. Das Buch nimmt diese Aussagen als Teil von Rifes weitergehenden Überlegungen zu Nährböden, Nahrung und dem inneren Milieu auf, das das Verhalten der Mikroorganismen bestimmen solle. [3]
Das Frequenzinstrument ergänzte das Mikroskop. Rife glaubte, jeder Mikroorganismus habe eine charakteristische elektrische Reaktion und könne durch eine entsprechende Frequenz außer Funktion gesetzt werden. Er nannte sie Mortal Oscillatory Rate, MOR. In dem von Lynes angeführten Zeitungsbericht wird die Erklärung mit der Resonanz von Stimmgabeln beziehungsweise der Reaktion von Glas auf Schall verglichen. Das Buch beschreibt einen Generator, die Verstärkung des Signals und eine gasgefüllte Röhre sowie Berichte über den Zerfall oder das Ende der Bewegung beobachteter Organismen. Das Mikroskop erlaubte es, den Versuch zu verfolgen, das Frequenzgerät sollte auf das Präparat einwirken. [7]
Mikroskope, Optik, Vergleichsdarstellungen und ein Überblick über die Organismen
1933 vollendete Rife das Universalmikroskop, das größte und bekannteste seiner Instrumente. Lynes nennt für das Mikroskop von 1929 eine Arbeitsvergrößerung von 5.000- bis 17.000-fach, für das Universalmikroskop in der damaligen Ausdrucksweise eine 31.000-fache »Auflösung« und eine 60.000-fache Vergrößerung. Seidels Beschreibung im Buch zählt 5.682 Einzelteile auf. Ihr zufolge standen zwischen Lichtquelle und Präparat zwei kreisförmige, keilförmige Quarzprismen, die das Licht polarisierten. Weitere Prismen sollten die Strahlen, bevor sie sich kreuzten, im Instrument wieder parallel ausrichten. Rife betonte die einstellbare monochromatische Beleuchtung sowie die Möglichkeit, das beobachtete Geschehen zu fotografieren und zu filmen.
Das Buch stellt die gesamte Folge als fünf Mikroskope dar: das Instrument von 1920, das zweite von 1929, das offiziell 1933 fertiggestellte Universalmikroskop, das nächste von 1934 und das letzte, das 1937 begonnen und erst 1952 vollendet wurde. Lynes merkt an, das Universalmikroskop könnte bereits 1932 im Einsatz gewesen sein, als es noch nicht ganz fertig war; außerdem seien bei den späteren Geräten auch Teile älterer Instrumente verwendet worden. Die Abfolge ist deshalb weniger die Geschichte von fünf völlig getrennten Gegenständen als die einer langjährigen Umarbeitung und Verbesserung. Der Beginn des letzten Mikroskops vor dem Krieg und seine Fertigstellung nach Rifes Rückkehr zur Arbeit verbinden zwei sehr unterschiedliche Abschnitte seines Lebens. [3]
Seidel verband einzelne Mikroorganismen mit charakteristischen Farben: die filtrierbare Form des Typhuserregers mit Türkis, die filtrierbare Form des Tuberkuloseerregers mit Smaragdgrün und BX mit Rotviolett. Lynes sieht darin die Besonderheit eines Instruments, das nicht nur vergrößerte, sondern lebende Formen anhand ihres Lichts erkennbar machen sollte. Rife verfasste 1933 auch den Beitrag Viruses and Rickettsia of Certain Diseases und lud andere Forscher ein, seine Beobachtungen zu überprüfen. Neben dem Bau des Mikroskops liefen die Versuche mit Kulturen und Tieren weiter; Johnson bereitete unterdessen den nächsten Schritt vor. [3] [7]
Ein späteres Vergleichsbeispiel liefert das Buch mit der Vorführung eines kleineren Rife-Mikroskops vor Ärzten am 16. Mai 1942. Nach dem Bericht, den Lynes aus dem Smithsonian-Text übernimmt, betrachteten sie zunächst ein Zeiss-Strichgitter durch ein herkömmliches Instrument und anschließend durch Rifes Mikroskop. Beim ersten hätten sie fünfzig Linien gesehen und Farbfehler sowie sphärische Aberration bemerkt, beim zweiten dagegen fünf stark vergrößerte Linien über das gesamte Gesichtsfeld, ohne solche erkennbaren Fehler. Darauf folgte ein Vergleich eines ungefärbten Blutausstrichs: Der Bericht nennt hundert Zellen im Gesichtsfeld des herkömmlichen Mikroskops und zehn in Rifes Instrument. Mit dieser Beschreibung unterstreicht Lynes die Vergrößerung und Klarheit des Bildes. [3]
Der Dokumententeil endet mit einem vergleichenden Überblick über die Eigenschaften von Bakterien und Viren in Anhang X. Neben den Namen der Organismen ordnet die Tabelle ihre Beweglichkeit, Formveränderungen, chemischen beziehungsweise Polarisationseigenschaften, Länge und Breite sowie ihre Reaktionen auf Wärme, Strahlen und andere Bedingungen ein. Sie nennt eigens auch die Farben, bei denen sie zu beobachten sein sollen. Den üblichen Bakterienformen stellt sie filtrierbare Formen zur Seite, darunter den vermuteten Krebserreger. So zeigt sie, wie Rife einzelne Beobachtungen in ein gemeinsames Forschungssystem einzuordnen versuchte. Im Buch ist dies eine historische Aufzeichnung seiner Klassifikation, die die Beschreibung des Mikroskops, der Kulturen und des Frequenzinstruments ergänzt. [14]
1933–1934: Johnson öffnet den Weg zu den Patienten
Johnson hatte in dieser Geschichte eine andere Rolle als Rife. Er organisierte Besuche, schrieb Briefe, sprach Ärzte an und versuchte, eine Gruppe aufzubauen, die die Forschung in ein klinisches Umfeld überführen sollte. Im Juli 1933 nahm er Kontakt zu Karl Meyer auf, dem Direktor der Hooper Foundation in San Francisco. Im Februar 1934 brachte er ihn in Rifes Labor.
Was Johnsons Briefe über die Reaktionen seiner Mitarbeiter berichten
In Briefen an Rife und Kendall beschrieb Johnson Meyers Begeisterung; Meyer schrieb anschließend selbst, er denke noch immer über das Gesehene nach und wolle mit eigenem Forschungsmaterial zurückkehren. Lynes vergleicht diese Briefe später mit zurückhaltenderen Aussagen Meyers und Foords über ihre Beteiligung. In dieser Diskrepanz sieht er ein Beispiel dafür, wie frühere Unterstützer nach der Verschärfung der Auseinandersetzungen begannen, sich von Rife zu distanzieren.
Im Frühjahr 1934 mietete Johnson Räume auf dem Anwesen der Familie Scripps in La Jolla. Das Buch spricht von einer Ranch, einem Bibliotheksgebäude beziehungsweise einem Nebengebäude. Anfang April schrieb er Kendall, neben der wissenschaftlichen Frage treibe ihn auch der Gedanke an die Menschen an, die an Krebs litten und starben. Rife kündigte er einen Aufenthalt in La Jolla von Mitte Juni bis Mitte September an und äußerte den Wunsch, die Methode bei einem Menschen zu erproben, sofern die Arbeit weit genug fortgeschritten sei.
Absprachen über die Räumlichkeiten und den Forschungsausschuss
Am 30. April lud er Rife ein, das Bibliotheksgebäude zu besichtigen, bevor er dessen Nutzung endgültig vereinbarte. Die klinische Arbeit ist in Lynes’ Erzählung mit dem Sonderausschuss für medizinische Forschung der University of Southern California unter Johnsons Leitung verbunden. Dessen Bestehen und weitere Tätigkeit belegt der Autor auch mit Johnsons biografischem Eintrag in Who’s Who für 1944–1945. So wird die Sommerklinik zum Mittelpunkt einer mehrjährigen Zusammenarbeit und erscheint nicht als isoliertes Ereignis. [3] [4]
Sommer 1934: Sechzehn Patienten in La Jolla
Nach Lynes’ Darstellung kamen sechzehn Menschen in sehr schwerem Zustand auf das Scripps-Anwesen. Das Buch beschreibt sie als Patienten mit Krebs und anderen Krankheiten, Rifes Bericht hingegen als Fälle verschiedener bösartiger Erkrankungen. Lynes stellt die Klinik als den zentralen Erfolg von Rifes Arbeit dar: Auf die Laborforschung folgte die Anwendung bei Patienten, die von den beteiligten Ärzten als geheilt beschrieben werden.
Wie das Buch den Ablauf der Behandlungen beschreibt
Das Buch beschreibt die Klinik auch als eine Phase des Lernens während der Arbeit selbst. Seiner Darstellung nach wiederholten die Ärzte die Anwendungen zunächst häufiger und verlängerten später die Abstände. Rife erklärte dies mit einer angeblichen Ansammlung von Abbauprodukten und der Notwendigkeit, dass der Körper diese ausscheide. In einem späteren Bericht betonte er, die Patienten hätten während des Betriebs des Instruments weder Schmerzen noch Geräusche oder andere wahrnehmbare Reize erlebt; sie hätten lediglich eine leuchtende Röhre gesehen. Er schrieb auch, es seien keine besonderen Diäten angewandt und keine erhöhte Körpertemperatur beobachtet worden. Lynes führt diese Einzelheiten als historische Beschreibung der Organisation des ersten Versuchs und von Rifes Erklärung der beobachteten Erholung an. [4]
In seinem Bericht vom 1. Dezember 1953 schrieb Rife, nach drei Monaten habe die Ärztegruppe vierzehn der sechzehn Fälle als klinisch geheilt eingestuft. Er nannte fünf Ärzte und den Pathologen Alvin G. Foord; das Buch erwähnt unter den Beteiligten auch Kendall, Couche, Meyer und andere. Seine Erklärung lautete, das Instrument setze den Mikroorganismus außer Funktion, worauf sich der Körper erhole. Lynes verbindet diesen Bericht mit Aussagen von Ärzten und dem erhaltenen Schriftwechsel.
Unterschiedliche Zeitangaben und der Fall Tom Knight
Das Buch beschreibt ausdrücklich auch die beiden übrigen Patienten. Im fünfzehnten Kapitel heißt es, sie seien einen Monat nach Schließung der Klinik für geheilt erklärt worden. Im sechzehnten Kapitel wird das Ereignis mit einer anderen Zeitangabe zusammengefasst: vierzehn Patienten innerhalb von siebzig Tagen und die beiden übrigen innerhalb von neunzig Tagen. Die Einleitung spricht von allen sechzehn innerhalb von drei Monaten. Die Hauptaussage des Buches ist somit das Ergebnis von sechzehn Heilungen; seine Zeitangaben sind jedoch nicht völlig gleich. Hier bleiben sie in den Formen erhalten, in denen sie niedergeschrieben wurden. [4] [7] [9]
Kendalls Brief vom 20. September 1934 hebt insbesondere Thomas beziehungsweise Tom Knight hervor. Die Veränderung an seiner Wange ließ sich beobachten und messen, weshalb Kendall Maße und Einzelheiten der Untersuchungen festhielt. Im Brief kündigte er an, dem Präsidenten des universitären Kuratoriums über Rifes Arbeit zu berichten. Im selben Schreiben bezeichnete er die Arbeit als experimentell und beschrieb den Bedarf an einem leistungsfähigeren Gerät. Johnsons spätere Briefe kommen auf Knight zurück: 1935 bat er Rife, ihn zu besuchen und Gesicht, Lymphknoten und Lippe zu untersuchen.
James Couche beschrieb in einer Erklärung von 1956 einen Bauern mit Magenkrebs, den er in der Klinik gesehen hatte. Der Mann war so ausgezehrt, dass Couche bei der Untersuchung glaubte, es könne nichts mehr für ihn getan werden. Seiner Aussage zufolge erholte er sich innerhalb von etwa sechs Wochen bis zwei Monaten, fuhr zu seiner Farm in El Centro, blieb eine ganze Nacht bei einer kranken Kuh wach und kehrte zurück. Nach diesem Besuch wollte Couche ein eigenes Instrument haben. Dem Buch zufolge benutzte er es zweiundzwanzig Jahre lang in seiner Praxis; in derselben Aussage schildert er auch die Genesung eines Jungen mit Osteomyelitis (einer Knocheninfektion).
Couches Aussage über einen Jungen mit einer Knochenerkrankung
Couches zweite ausführlichere Erinnerung betrifft einen neunjährigen mexikanischen Jungen mit einer Osteomyelitis am Bein, der eine Schiene trug und an Krücken ging. Nach Erinnerung des Arztes wurde sein Knochen im Mercy Hospital jede Woche gereinigt, weshalb er beim Eintreffen in der Praxis Angst vor weiteren Schmerzen hatte. Couche sagte, er habe ihm das Instrument zunächst an der eigenen Hand gezeigt und es dann angewandt, ohne den Verband oder die Schiene abzunehmen. Er behauptete, die Wunde habe sich in weniger als zwei Wochen geschlossen und der Junge sei später zu einem kräftigen Mann herangewachsen, ohne dass die Erkrankung wieder aufgetreten sei. Lynes führt die Geschichte als Couches persönliche Erinnerung an die spätere Anwendung in seiner Praxis an. [4]
Lynes verschweigt die Probleme mit der Dokumentation nicht. Johnson erläuterte Mildred Schram im Dezember 1935, er habe die Klinik zunächst betrieben, um sich selbst von der Wirkung des Instruments im lebenden Körper zu überzeugen. Ohne Krankenschwestern und Sekretärinnen seien die Aufzeichnungen zwar wahrheitsgemäß, aber fragmentarisch und nicht für eine eingehende Prüfung durch andere Forscher angelegt gewesen. Nun, da er breitere Unterstützung gewinnen wollte, erkannte er die Notwendigkeit einer anderen Dokumentation an.
Den späteren Verlust der Unterlagen verbindet der Autor mit Rifes Leihgabe der Aufzeichnungen an Arthur Yale, ihrem anschließenden Streit über Veränderungen am Gerät und dem Verschwinden universitären Materials nach Johnsons Tod. Trotz der Lücken hält er die Briefe, den Bericht von 1953, die ärztlichen Aussagen und die Fortsetzung der klinischen Arbeit für eine hinreichend klare Bestätigung der von ihm erzählten Geschichte. Sein Schluss lautet, die Klinik sei ein erster Versuch mit großen Ergebnissen gewesen, aus dem sich bei entsprechender Unterstützung umfangreichere Arbeit hätte entwickeln können. [4]
1935: Neue Geräte, neue Mitarbeiter und eine zweite Klinik
In Anlehnung an Johnsons Vergleich bezeichnet Lynes das Jahr 1935 als einen Bergaufstieg. Gleichzeitig liefen die Entwicklung der Instrumente, die Planung eines neuen Labors, die Vorbereitungen für eine zweite Klinik und Gespräche mit möglichen Geldgebern. Der Journalist Newall Jones hatte bereits im September 1934 von der Geschichte erfahren, wartete mit einer ausführlicheren Darstellung in der Zeitung jedoch bis Mai 1938.
Ein wichtiger Besucher war der Montrealer Forscher O. Cameron Gruner. Aus dem Blut von Patienten hatte er auf seinem eigenen Nährboden auf Spargelbasis eine Pilzform gewonnen. Nach Lynes’ Beschreibung erhielt Rife aus Gruners Kultur auf dem K Medium BX und aus seinem eigenen BX auf Gruners Nährboden wiederum die Pilzform. Johnson fasste ihre Versuche später als gemeinsame Feststellung zusammen, dass es sich um verschiedene Formen desselben Organismus handele. Deshalb bemühte er sich, Gruner für eine längere Zusammenarbeit nach San Diego zu holen.
Frau Young, Laborarbeit und die Entwicklung der Geräte
Unter den Reproduktionen von Johnsons Briefen findet sich auch der Fall von Frau Young. Im Mai 1935 berichtete er von einer Verkleinerung der Knoten am Hals und schlug einen weiteren Besuch vor. In einem Brief vom September beschrieb er Foords Befund zu einem Meerschweinchen, dem Material aus ihren Lymphknoten eingeimpft worden war: Der Befund bestätigte eine tuberkulöse Infektion. Johnson dachte anschließend über Muchsche Granula als mögliche andere Form desselben Organismus und über die Notwendigkeit nach, ihre Reaktion auf das Instrument zu untersuchen. Das Schreiben zeigt auch die Rücksprache mit George Dock und Vorsicht hinsichtlich einer möglichen Reaktion. Im verwendeten Scan erscheint der Brief vom Mai zweimal; es handelt sich um dasselbe Dokument, nicht um zwei getrennte Zeugnisse. [14]
Für die Elektronik kam Philip Hoyland hinzu. Gemeinsam mit Rife, Jack Free und Johnson arbeitete er an einer neuen Ausführung des Generators, die im September fertiggestellt wurde. Johnsons Briefe beschreiben die aufwendige Abstimmung des neuen und des alten Geräts sowie die große Zahl möglicher Einstellungen. Das Buch stellt die neuen Ausführungen als Teil einer kontinuierlichen Entwicklung dar, mit der Genauigkeit, Wiederholbarkeit und Nutzbarkeit der Instrumente verbessert werden sollten.
Rife baute außerdem ein kleineres Mikroskop für einen breiteren Einsatz in Laboratorien. Johnson schätzte die Kosten des Universalmikroskops auf etwa 30.000–35.000 Dollar, während das kleinere Modell für 1.000 Dollar oder weniger verkauft werden können sollte. E. L. Walker von der Hooper Foundation erlernte im August drei Wochen lang den Umgang mit dem Mikroskop und den Kulturen. Danach setzte er seine Forschung in San Francisco fort, hatte nach den von Lynes angeführten Briefen jedoch mit mangelnder Zusammenarbeit und fehlenden Gewebeproben zu kämpfen.
In der ersten Novemberwoche eröffnete Johnson die zweite Klinik im Santa Fe Hospital in Los Angeles. Diesmal führte er sorgfältigere klinische Aufzeichnungen. Zugleich beobachtete er einige Patienten von 1934 weiter, darunter Tom Knight und Wayne Grayson. Zum Jahresende traf sich der Ausschuss in Los Angeles. Lynes fasst das Jahr als bedeutenden Fortschritt bei den Instrumenten, der Zusammenarbeit im Labor und der klinischen Arbeit zusammen, bei dem die entscheidende Frage der Finanzierung offenblieb. [5]
1935–1937: Geld, Überprüfung und eine verpasste Zusammenarbeit
Die International Cancer Research Foundation in Philadelphia stellte zunächst Unterstützung in Aussicht, die Rife eine breitere Forschung ermöglicht hätte. Im März 1935 verlangte sie Angaben und Fotografien; im Juni erfuhr Johnson, dass auch vier Versicherungsgesellschaften an einer Finanzierung interessiert waren, sofern die Stiftung die Arbeit billigte. Ihre Sekretärin Mildred Schram besuchte das Labor im Juli, hatte aber wenig Zeit. Johnson wies sie darauf hin, dass Walker drei Wochen gebraucht hatte, um sich mit den Verfahren vertraut zu machen. Schram schickte anschließend Mäuse und verlangte die Identifizierung der Erreger ihrer Tumoren. Johnson entgegnete, bisher hätten sie sich mit dem Organismus beschäftigt, den sie mit menschlichem Krebs in Verbindung brachten; die neuen Aufgaben würden eine erhebliche Abkehr von der geplanten Arbeit bedeuten.
Briefe zur Finanzierung, weitere Prüfungen und klinische Berichte
In einem Brief vom 15. Oktober 1935 verwendete er das Bild eines Bergaufstiegs: Wer während des Aufstiegs immer wieder umkehre und einen anderen Weg beginne, könne sich erschöpfen, bevor er den Gipfel erreiche. Stiftungspräsident William H. Donner zeigte großes Interesse, Schram beharrte hingegen auf ihren Prüfungen. Im Dezember teilte sie mit, dass die Entscheidung über eine Förderung vertagt worden sei, gab aber ihre ursprüngliche Forderung auf und wollte stattdessen Einzelheiten über die Klinik von 1934, bestätigt durch George Docks Autorität. Johnson schlug erneut eine mehrwöchige Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Vertreter der Stiftung vor. Lynes versteht diesen langen Briefwechsel als Beispiel dafür, wie persönliche Forderungen und institutionelle Verfahren die Oberhand über vielversprechende Forschung gewannen.
Anfang 1936 regelten Johnson und Henry Timken den Bau eines neuen Labors. Im April wurden die Fundamente gelegt, gegen Ende Juli zog Rife ein. Unterdessen überarbeiteten Rife und Hoyland die Elektronik und entwickelten eine neue Methode zur Erzeugung und Untersuchung von Wellenformen. Donners Besuch eröffnete die Möglichkeit einer Vorführung in Philadelphia. Rife kam dort am 9. Mai 1936 an. Nach einem späteren Brief Johnsons erhielt er sechs oder sieben Tumoren ohne pathologische Befunde (Ergebnisse von Gewebeuntersuchungen, die helfen, die Art einer Erkrankung zu bestimmen). Rife berichtete, alle bis auf drei seien bereits bestrahlt worden; aus den drei übrigen habe er mit seinem Verfahren das charakteristische BX gewonnen.
Der Mykologe (Pilzforscher) Dr. Dodge arbeitete mit Rife zusammen. Johnson betonte, sie hätten gemeinsam gearbeitet, jeden Schritt aufgezeichnet und die Notizen täglich beide unterschrieben. Donners Brief vom 22. Mai, wonach mindestens weitere etwa hundert Tage keine Unterstützung zu erwarten sei, enttäuschte ihn deshalb sehr. Er war der Meinung, die nach einer erfolgreichen Vorführung versprochene Hilfe sei nicht eingehalten worden. Statt einen neuen Bearbeiter in Philadelphia zu bezahlen, sollten sie Gruners Arbeit an Rifes Mikroskop in San Diego finanzieren, schlug er vor. Donner lehnte dies am 2. Juni ab. Die Stiftung wollte ihre eigenen Versuche fortsetzen; als sie Rife im Herbst erneut schrieb, antwortete er nicht mehr.
Unter den einzelnen erhaltenen Berichten hebt Lynes auch einen Brief des Augenarztes Harry Goodman vom 28. April 1936 hervor. Er betraf Julia M. Gowdy, die er zuvor am 23. März untersucht hatte. Goodman berichtete Johnson von einer Verbesserung der Sehkraft um neunundzwanzig Prozent auf einem Auge und um zehn Prozent auf dem anderen in etwas mehr als einem Monat. Er veranschaulichte den Fortschritt auch anhand einer Alltagstätigkeit: Zuvor hatte sie Mühe gehabt, das Telefonbuch zu lesen, nun fand sie die Nummern deutlich schneller. In Lynes’ Erzählung verbinden solche Briefe Johnsons allgemeine Berichte über Augenbeschwerden mit einem konkreten Namen, den Untersuchungsterminen und der Beobachtung eines weiteren Arztes. [5]
Zu Hause ging die Arbeit weiter. Im September 1936 begann Couche gemeinsam mit Jack Free neue klinische Arbeit in San Diego. Lynes führt seine Aufzeichnungen an, denen zufolge die ersten drei Krebspatienten vollständig genasen. Im selben Monat eröffnete Johnson eine Klinik in einem Altenheim in Pasadena. Er schrieb Gruner über Patienten mit Tuberkulose, Karzinomen, Geschwüren und anderen Beschwerden sowie über Ergebnisse, die dieser ohne einen persönlichen Besuch kaum glauben würde. Meyer berichtete er von einer außergewöhnlich schnellen Besserung von Wunden. Im Dezember kam aus San Francisco auch eine Nachricht Walkers: Er habe zunächst selbst die Pilzform isoliert und dann aus einem Brusttumor bewegliche, gefärbte Partikel gewonnen, die er für Rifes BX hielt.
Walkers Weg wurde bald darauf unterbrochen. Im April 1937 musste er seine Forschungen wegen einer Krankheit aufgeben; ein anderer Arzt ersetzte ihn, erzielte nach Lynes’ Darstellung jedoch keine Fortschritte. Bis zur Jahresmitte war die Arbeit in San Francisco praktisch beendet. Johnson betonte dabei, Walker habe in etwa anderthalb Jahren von seinen chirurgischen Kollegen nur fünf oder sechs Tumoren erhalten, und sah deshalb im Mangel an Zusammenarbeit ein wesentliches Hindernis. Zur selben Zeit hatte auch Rife gesundheitliche Probleme: Wegen seiner Augen musste er im Mai erneut nach Louisville reisen. So endet die Geschichte des Versuchs einer Wiederholung im Labor mit einem Zusammenspiel von Krankheit, wenig Untersuchungsmaterial und einer erfolglosen Fortsetzung. [5]
Anfang 1937 versuchten Johnson und Dock, über Charles Martin Geld von McGill für Gruners Aufenthalt zu erhalten. Der Versuch scheiterte. Der Ausschuss beschloss, zunächst die Entstehung von Krebs fundiert zu erklären und erst danach die Behandlung öffentlich vorzustellen. Johnson wollte verfrühte Veröffentlichungen und falsche Hoffnungen verhindern; Lynes bezeichnet seine Vorsicht als eine verhängnisvoll verpasste Gelegenheit. Johnson schloss die Klinik in Pasadena am 28. Mai 1937 und schrieb seinem Kollegen Heitger über die wiederhergestellte Sehfähigkeit zahlreicher Patienten mit Katarakt (einer Trübung der Augenlinse, auch grauer Star genannt). Den Sommer verbrachte er bei Couche in La Jolla, im Herbst kehrte er zur Behandlung von Patienten in Los Angeles zurück. [5]
1937–1938: Beam Ray und das Versprechen einer breiteren Produktion
Im Herbst 1937 eröffnete sich ein geschäftlicher Weg. Philip Hoyland zog nach San Diego und schloss sich mit dem Geschäftsförderer Hutcheson, dem Arzt James Couche und Ben Cullen zusammen, einem Freund Rifes aus dessen ersten Jahren in der Stadt. Sie gründeten Beam Ray; das Anfangskapital steuerte Cullen bei. Nach einiger Überlegung stimmte Rife unter zwei Bedingungen zu: Die Geräte mussten die Grundprinzipien seines Instruments beibehalten, und jedes musste vor der Auslieferung gründlich auf seine Wirkung auf Mikroorganismen geprüft werden. Das Buch zählt vierzehn gebaute Instrumente auf: zwei für England, zwei für Arizona und zehn für Ärzte in Kalifornien.
Der englische Auftrag und Schwierigkeiten bei der Lieferung der Geräte
Im Mai 1938 kamen B. Winter Gonin, W. V. Blewett und ihr Mitarbeiter Parsons aus England. Sie bestellten ein Mikroskop, sprachen über dessen Verbreitung von London aus und kauften die ersten beiden Beam-Ray-Geräte, noch bevor diese gebaut waren. Als die Geräte im Sommer in England eintrafen, waren ihre elektrischen Anschlüsse nicht fertiggestellt. Rife war beim Versand nicht in San Diego gewesen und hatte sie nicht überprüft. Lynes vermutet, Hoyland habe auf eine bezahlte Reise gerechnet, auf der er sie fertigstellen würde. Nach scharfen Briefen versprach Rife Hilfe durch seinen Mitarbeiter Henry Siner; er selbst sollte Mitte 1939 folgen.
Richard Hamer mietete das dritte Gerät zunächst für das Paradise Valley Sanitarium. Nach Lynes’ Darstellung musste er es entfernen, als andere Ärzte Patienten zu verlieren begannen, und eröffnete deshalb eine Praxis in National City. Cullen erzählte später von etwa vierzig Behandlungen täglich, zwei ausgebildeten Bedienern und sorgfältig aufbewahrten Krankengeschichten. Besonders erinnerte er sich an einen zweiundachtzigjährigen Mann aus Chicago mit einer ausgedehnten bösartigen Veränderung im Gesicht und am Hals. Seiner Schilderung zufolge blieb nach mehrmonatiger Behandlung nur ein kleiner dunkler Fleck zurück, und der Patient reiste nach Hause.
Cullens Erzählung verbindet diesen Fall mit Morris Fishbein, dem einflussreichen Mann der American Medical Association. Fishbein soll in Chicago von der Behandlung erfahren und über Vertreter aus Los Angeles versucht haben, eine Beteiligung am Unternehmen zu erwerben. Nachdem das Angebot nicht angenommen worden sei, habe Hoyland teuren juristischen Beistand erhalten. Hoyland glaubte, sein technischer Beitrag rechtfertige einen größeren Anteil als den der anderen Partner. Lynes stellt seine spätere Klage als Versuch dar, Beam Ray zu übernehmen, unterstützt durch Interessen der AMA. In dieser Verbindung zwischen Geschäftsstreit und Verbandseinfluss sieht er den Beginn der organisierten Zerstörung von Rifes Arbeit.
Öffentlich äußerte sich Rife weiterhin vorsichtig. In Newall Jones’ Artikel in der San Diego Evening Tribune vom Mai 1938 wollte er nicht behaupten, Krebs oder irgendeine andere Krankheit geheilt zu haben. Er betonte die beobachtete Zerstörung von Mikroorganismen, sowohl in Kulturen als auch unter bestimmten Bedingungen in lebendem Gewebe. Lynes stellt diese Aussage später neben den entschiedeneren Text von 1953, in dem Rife die Heilungen in der Klinik von 1934 beschrieb. Zwischen beiden Texten liegen gescheiterte Finanzierung, der Zerfall der geschäftlichen Zusammenarbeit und eine lange Zeit, in der er seine Arbeit erst wieder zusammenfügen musste. [6] [7]
1939: Ein gewonnener Prozess, eine zerbrochene Gruppe
Siners Besuch eines medizinischen Zentrums in New York
Auf dem Weg nach England besuchte Henry Siner im Januar 1939 ein medizinisches Zentrum in New York. In einem Brief an Rife beschrieb er die gewaltigen Gebäude und den überraschend kleinen Raum, der der Bakterienforschung gewidmet war. Als er ein Mikroskop erwähnte, das Formen zeigen sollte, die mit gewöhnlicher Optik unsichtbar blieben, stieß er zunächst auf Ablehnung. Dann zeigte er Kendalls und Rosenows Veröffentlichungen; seiner Erzählung nach schlug die Stimmung in großes Interesse um. Mit dieser Szene führt Lynes den Gegensatz zwischen Rifes kleinem Labor und mächtigen medizinischen Einrichtungen ein, deren festgefügte Vorstellungen es seiner Ansicht nach bedrohte.
Rife bereitete sich im Mai auf seine Abreise nach England vor, als er eine gerichtliche Vorladung erhielt. Hoylands Klage gegen Beam Ray kam am 12. Juni 1939 vor Richter Edward Kelly. Die Gesellschaft wurde von Rechtsanwalt Bert Comperet vertreten. Lynes beschreibt Rife als einen Menschen, der dem scharfen Kreuzverhör nicht gewachsen war. Cullen erinnerte sich an zitternde Hände, immer stärkeres Rauchen und Alkohol, mit dem Rife seine Nerven zu beruhigen versuchte. In seiner Erzählung beginnt genau hier die Abhängigkeit, die später die Laborarbeit immer wieder unterbrach.
Während des Verfahrens und danach besuchten laut Lynes Vertreter der AMA Ärzte und drängten sie, die Geräte aufzugeben, da sie sonst ihre Berufszulassung gefährdeten. Hamer gab sein Instrument rasch zurück. Auch Mitglieder von Johnsons Ausschuss zogen sich zurück, Johnson selbst hielt jedoch durch. Der Autor sieht den Rechtsstreit als Teil desselben Drucks, der Praxen schloss, die Zusammenarbeit zerstörte und eine öffentliche Darstellung der bisherigen Ergebnisse verhinderte. Er stützt sich dabei auf Erinnerungen von Mitarbeitern und auf das spätere Schicksal der Forschungsgruppe.
Beam Ray gewann den Prozess. Kelly verweigerte Hoyland den begehrten Rechtsschutz, weil er nicht glaubte, dass dieser bei den Geschäften redlich gehandelt hatte. Er äußerte Vertrauen in die anderen Direktoren der Gesellschaft, sagte zugleich aber, das Gericht beurteile nicht den Wert des Geräts. Lynes schreibt, die behauptete Rolle der AMA sei im Prozess nicht behandelt worden, und fügt hinzu, Kelly habe danach angeboten, die Vertretung in einer neuen Klage gegen den Verband zu übernehmen. Cullen war jedoch finanziell erschöpft, hatte sogar sein Haus verloren und musste sich eine Beschäftigung suchen. Die Gesellschaft hatte gewonnen, doch die Gruppe besaß nicht mehr die Kraft, ihre geplante Arbeit fortzusetzen.
Gruners Brief, die Frage der Beobachtung und der Laborbrand
Später im Jahr 1939 schrieb Gruner an Johnson über ein sehr ähnliches Hindernis. Er beschrieb einen Besuch bei Rous am Rockefeller-Institut und den Vergleich seiner Fotografien mit der Diskussion über „Elementarkörperchen“, die er für mit BX verwandt hielt. Nach einem Besuch bei Forschern in Washington, die Glovers Organismus untersuchten, schloss er, sie beobachteten dieselbe winzige Phase; offen bleibe jedoch die Frage ihrer Entwicklung zu Kokken und Bazillen. An seiner eigenen Einrichtung überprüften anschließend ein Immunologe und ein Bakteriologe seine Arbeit, die nach seinen Worten der Vorstellung eines Krebs-Mikroorganismus bereits im Voraus ablehnend gegenüberstanden. Er berichtete, der Fortschritt sei fast neun Monate lang zum Stillstand gekommen. Lynes verwendet den Brief als Einblick in die alltäglichen Folgen des großen theoretischen Streits. [6]
Im selben Brief unterstützte Gruner Rifes Mikroskop nachdrücklich. Londoner Optiker hätten ihn mit dem Einwand der Wellenlängen verspottet, während er das Problem vor allem in der Beleuchtung und der Bereitschaft des Beobachters sah, lebendes Material zu betrachten. Er behauptete, Forscher übersähen in ihren eigenen Aufnahmen Teilchen, die er selbst erkenne. Lynes verbindet diese Passage mit Evelyn Fox Kellers Biografie über Barbara McClintock, die Nobelpreisträgerin von 1983. Daraus greift er geduldige Beobachtung, Vertrautheit mit dem Organismus und Offenheit für Unerwartetes auf. Der Vergleich dient ihm zur Erklärung, warum seiner Ansicht nach ein verfügbares Instrument allein noch nicht gewährleistet, dass Menschen dasselbe sehen. [6]
In diesem Zusammenhang nennt Lynes auch den Brand, der im Frühjahr 1939 das Forschungslabor von J. C. Burnett in New Jersey zerstörte. Dort hatte man fünfzehn Jahre lang elektrische Energie in ihrer Beziehung zum menschlichen Körper untersucht; finanziert hatte die Arbeit Burnetts Frau Cora B. Timken, eine Verwandte von Rifes Förderer. Das Feuer brach aus, während das Ehepaar Rife in Kalifornien besuchte. Lynes stellt es als ungewöhnliches Zusammentreffen in dem Jahr dar, in dem auch die Gruppe in San Diego unter stärksten Druck geriet. [6]
Die vierziger Jahre: Verlorener Rückhalt und ein Mikroskop ohne Prisma
Auch nach dem Zerfall von Beam Ray suchte Johnson einen Weg zur Anerkennung. 1942 schickte er sein Instrument an Gruner in Kanada. Lynes schreibt, dieser habe es aus Angst unbenutzt gelassen und später einem Priester und Funkamateur übergeben, der es für Radiobauteile verwendete. Couche hielt in San Diego bis Mitte der fünfziger Jahre durch; dem Buch zufolge verlor er deswegen seine AMA-Mitgliedschaft. Noch 1944 bezeichnete sich Johnson in biografischen Angaben als Leiter des Forschungsausschusses. Sein Tod im selben Jahr nahm Rife seinen wichtigsten Organisator und Vermittler.
Verdachtsmomente, Mikroskopvergleiche und das Schicksal des Instruments
Lynes beschreibt mehrere Verdachtsmomente rund um Johnsons Tod. Es kursierte das Gerücht, Johnson habe unmittelbar vor seiner Krankenhauseinweisung beabsichtigt, die Ergebnisse der Krebsbehandlung zu veröffentlichen. Der Autor sagt ausdrücklich, die Hinweise auf ein mögliches Zum-Schweigen-Bringen seien indirekt. Anschließend führt er an, zwei Bundesermittler hätten bei der Prüfung der Krankenakte Ende der fünfziger oder Anfang der sechziger Jahre eine Vergiftung für wahrscheinlich gehalten. Nach Johnsons Tod sollen auch die Aufzeichnungen des Ausschusses vernichtet worden sein. Cullen verband dies mit der Angst der Universität vor dem umstrittenen Thema. In Lynes’ Erzählung bedeuten der Verlust des Menschen und der Verlust der Dokumentation zwei Schläge gegen dieselbe Arbeit.
Eine frühere Episode aus der Kriegszeit verortet Lynes in den Jahren 1940–1941, als sich das Elektronenmikroskop durchzusetzen begann. Seiner Darstellung nach reiste Rife nach Deutschland und verglich das neue Gerät mit seiner eigenen Optik von 1929. Der Autor schreibt ihm die sofortige Einschätzung zu, seine Lösung eigne sich besser für das von ihm verfolgte Ziel: die Beobachtung lebender Mikroorganismen. In Lynes’ Erklärung zerstört die Präparation für die Elektronenmikroskopie das Präparat, sodass die Möglichkeit entfällt, denselben lebenden Organismus während seiner Veränderungen zu verfolgen. Er verwendet die Begebenheit, um das Auseinandergehen von Rifes Forschungsziel und der späteren Richtung der Mikroskopie zu erklären, die er im Buch mit anderen Beobachtungsgewohnheiten einer ganzen Generation verbindet. [7]
Das Mikroskop zog unterdessen weiterhin Aufmerksamkeit auf sich. Raymond E. Seidel begann 1942, es zu untersuchen, und verbrachte drei Wochen im Labor. Mit seiner Mitautorin M. Elizabeth Winter veröffentlichte er im Februar 1944 einen Artikel im Journal of the Franklin Institute; noch im selben Jahr folgte ein Nachdruck im Jahresbericht der Smithsonian Institution. Er beschrieb die komplexe Optik, die Quarzprismen und die Beleuchtung, mit der sich lebende Mikroorganismen unterscheiden lassen sollten. Der Beitrag erwähnte auch ihre Reaktion auf tödliche Frequenzen. Laut dem Buch trafen noch mehrere Jahre nach der Veröffentlichung Briefe interessierter Laboratorien ein.
Zwischen 1944 und 1946 soll ein neuer Techniker ein wertvolles Quarzprisma aus dem Universalmikroskop gestohlen und es damit unbrauchbar gemacht haben. Lynes verbindet das Ereignis mit der Veröffentlichung von Seidels Artikel: In diesem sieht er einen Durchbruch durch das Schweigen, im Diebstahl einen Angriff auf das Instrument, das weitere Beobachtungen ermöglichte. Seidel soll bemerkt haben, dass er verfolgt wurde; später durchschlug während einer Fahrt eine Kugel die Windschutzscheibe seines Autos. Das Buch erzählt diese Vorfälle als Teil einer umfassenderen Einschüchterung von Menschen, die noch öffentlich über Rifes Entdeckungen sprachen.
Andere Mitarbeiter verschwanden aus der gemeinsamen Arbeit. Unter Berufung auf Cullen berichtet Lynes, Kendall habe eine große Zahlung erhalten, sich nach Mexiko zurückgezogen und dort sein Vermögen verloren. Später lebte er bei seiner Familie in La Jolla, wo er 1959 starb. Rife behielt sein Labor bis 1946 und begann dann, es Stück für Stück zu verkaufen. Das Buch beschreibt eine Verflechtung von Alkohol, Geldmangel und einer mehrjährigen Unterbrechung der Forschung, darunter zwei Jahre in einer Einrichtung zur Behandlung von Abhängigkeit, aus der er schließlich geflohen sein soll. 1950 kehrte er zur Forschung zurück. Diesmal stand John Crane an seiner Seite. [6] [7]
1950–1960: John Crane und die zweite Gerätegeneration

John Crane lernte Rife 1950 kennen und beschloss, seine Kenntnisse in Elektronik und Maschinenbau der Fortsetzung von dessen Arbeit zu widmen. Von Gruner erhielt er einen der ursprünglichen Schaltpläne; für den Bau neuer Instrumente gewann er Verne Thomson, einen Elektronikfachmann der Polizei von San Diego. Rife blieb nicht bloß Lehrer: Nach Lynes’ Darstellung entwickelten er und Crane die Geräte gemeinsam. Crane ermutigte ihn auch beharrlich zum Schreiben. Im April 1953 erschien das erste urheberrechtlich geschützte Material über das Krebsvirus; im Dezember wurde die Beschreibung der Behandlung fertiggestellt, im folgenden Jahr auch dieser Text geschützt.
Ab 1954 schrieb Crane an das National Cancer Institute und andere staatliche Einrichtungen. Das Buch kritisiert scharf die Beurteilung eines Ausschusses des National Research Council aus demselben Jahr: Nach Lynes kam dieser zu dem Schluss, die Entdeckungen könnten nicht funktionieren, ohne die Instrumente zu untersuchen oder Rife, Gruner und Couche zu konsultieren. Der Autor betont, staatliche Stellen hätten sich noch lange danach auf diese Bewertung berufen. Crane und Rife arbeiteten unterdessen mit begrenzten Mitteln weiter. Weil sie keine große leistungsfähige Gasröhre bauen konnten, entstand zwischen 1954 und 1957 ein kleineres Instrument mit Körperkontakt.
Rifes Brief und die Aussagen von Tully und Blanche Jones
Rife hielt seine Einschätzung der späteren Geräte auch in einem Brief von 1956 fest, den Lynes am Ende des Kapitels über das Mikroskop und das Frequenzinstrument anführt. Er sagte, er arbeite seit 1921 mit dem Instrument, dessen Bauform und Funktionsweise sich mit den Fortschritten der Elektronik veränderten. Er versicherte, bei seiner langjährigen Forschung weder Verletzungen noch andere schädliche Wirkungen erlitten zu haben, und beschrieb das Gerät als zuverlässig und wirksam. Für das neueste Modell verwendete er sogar den Ausdruck unfehlbar und betonte die einfache Bedienung. Mit diesem eigenen Zeugnis Rifes zeigt Lynes, wie hoch der Erfinder die Entwicklung nach dem erneuten Beginn seiner Zusammenarbeit mit Crane einschätzte. [7]
Anhang T enthält eine Erklärung des Zahnarztes Charles F. Tully vom 1. Juni 1954. Tully beschrieb seine eigene Prostataentzündung und den Fall eines Freundes, der seiner Aussage nach durch die Anwendung des Instruments einer Operation entgangen sei. Er nannte außerdem Lupus mit Schmetterlingsausschlag, eine krebsartige Veränderung, die der überweisende Arzt für unheilbar gehalten habe, sowie die Anwendung bei postoperativen Beschwerden und Zahnproblemen. Er betonte, er kenne das Gerät bereits seit mehreren Jahren, die persönliche Anwendung sei jedoch neueren Datums. Seine Erklärung schloss er mit einem Aufruf zu weiterer Forschung. Lynes nimmt sie als unterzeichnetes Zeugnis eines praktischen Anwenders auf; es handelt sich um Tullys Angaben zu beobachteten Ergebnissen. [14]
Couches spätere Arbeit erhält in den Anhängen auch den Namen einer Patientin und das Datum eines eidesstattlichen Zeugnisses. Blanche H. Jones erklärte am 16. Januar 1968, ihr sei im April 1956 wegen Krebs eine Brust entfernt worden; nach der Operation sei die Krankheit jedoch noch vorhanden gewesen und habe starken eitrigen Ausfluss verursacht. Im Mai 1956 behandelte James B. Couche sie ihrer Erklärung zufolge mit dem Frequenzinstrument. Sie behauptete, der Ausfluss habe aufgehört und das Sarkom, das sie in der Erklärung mit einer Biopsie in Verbindung bringt, sei geheilt worden. Sie unterzeichnete das Dokument fast zwölf Jahre nach dem geschilderten Ereignis. Lynes reproduziert es als ihre persönliche, notariell beglaubigte Erklärung über den langfristigen Ausgang. [14]
1957 gewann Crane den Arzt Robert Stafford aus Dayton in Ohio, der klinische Behandlungen und Versuche mit Mäusen durchführen wollte. Nach sechs Monaten berichtete er über vier Krebspatienten. Bei einem beschrieb er eine ausgeprägte und unerwartete Besserung. Drei Patienten im Endstadium starben, doch alle hatten nach Beginn der Behandlungen Erleichterung verspürt. Lynes führt auch die Fortsetzung des Berichts an: Bei zweien wurden Obduktionen durchgeführt, die eine andere Todesursache und überraschend wenige Krebszellen ergeben haben sollen. Stafford fügte hinzu, bei dreiunddreißig Menschen, die wegen verschiedener Beschwerden behandelt worden waren, habe er keine schädlichen Wirkungen beobachtet.
Staffords Forschungszusammenarbeit und die Beurteilung des Geräts
Im Februar 1958 stellte Stafford seine Ergebnisse acht Ärzten des Ausschusses für Allgemeinmedizin der Montgomery County Medical Society vor. Laut dem Buch zeigten sie Interesse, und er begann, einen Forschungsausschuss zusammenzustellen. Er dachte sogar an Produktion und Vertrieb im Osten der USA und suchte einen Ingenieur, einen Patentanwalt und mögliche Investoren. Auch Ärzte in Salt Lake City begannen, das Gerät zu verwenden, wurden aber im Mai 1958 vom dortigen Ärzteausschuss gezwungen, damit aufzuhören. Lynes schildert die bittere Enttäuschung eines Patienten und einen Arzt, der einem Kollegen sagte, er würde das Gerät sofort für seine eigene Familie kaufen, falls jemand an Krebs erkrankte.
Im selben Jahr fand eine Anhörung vor der kalifornischen Gesundheitsbehörde statt. Lynes nennt das Palo Alto Detection Lab, das Kalbfeld Lab, das UCLA Medical Lab und das San Diego Testing Lab und behauptet, alle hätten das Instrument als sicher in der Anwendung beurteilt. Dennoch soll der Ausschuss unter der Leitung des Direktors für öffentliche Gesundheit, Malcolm Merrill, das Gerät für gefährlich erklärt und verboten haben. Diese Diskrepanz zwischen den beschriebenen Prüfungen und der Entscheidung ist eines der zentralen Argumente des Buches dafür, dass auch die neue Forschungsphase von außen zum Stillstand gebracht worden sei.
Nach Lynes gelangen Crane 1958 und 1960 zwei weitere technische Verbesserungen. Er vermietete die Geräte auf Vertragsbasis, sammelte Berichte und organisierte Schulungen, damit die Anwender die Konstruktion nicht eigenmächtig veränderten. Für ein Patent und für Investoren brauchte er einen Nachweis des Nutzens; für umfangreichere Nachweise wiederum Geld und die Mitarbeit von Ärzten. Bis 1960 hatte er ein Handbuch erstellt und neunzig Instrumente auf Grundlage notariell beglaubigter Verträge für Forschung und Überprüfung ausgegeben. Lynes beschreibt diesen Moment als Annäherung an einen neuen Durchbruch, auf den ein weiterer Eingriff der Behörden folgte. [8]
1960–1965: Beschlagnahme, Strafverfahren und Gefängnis
1960 drangen Ermittler in Cranes Büro ein und beschlagnahmten Geräte, Elektronik und umfangreiches Material. Lynes schätzt den Wert der Instrumente auf mehr als vierzigtausend Dollar. Unter dem Mitgenommenen nennt er Forschungsberichte, technische Daten, private Briefe, Fotografien, Rechnungen und Aufnahmen; er behauptet auch, die Ermittler hätten keinen Durchsuchungsbeschluss gehabt. Danach sollen Ärzte und Privatpersonen, die die Geräte erprobten, aufgesucht und gedrängt worden sein, die Arbeit aufzugeben. Der Autor sieht darin die Zerschlagung der Forschungsgrundlage, die Crane und Rife ein Jahrzehnt lang aufgebaut hatten.
Rife, inzwischen fast dreiundsiebzig Jahre alt, zog sich nach Mexiko zurück. Das Strafverfahren gegen Crane fand Anfang 1961 statt und dauerte vierundzwanzig Tage. Lynes zählt ausführlich das Material auf, das die Verteidigung nach seinen Angaben nicht verwenden durfte: die beschlagnahmten Forschungsaufzeichnungen, Rifes Erklärung, medizinische und wissenschaftliche Berichte aus den dreißiger und vierziger Jahren, Staffords Befunde und Couches Briefe. Crane musste sich deshalb vor allem auf Menschen stützen, die die Geräte selbst benutzt hatten und bereit waren, ihre Erfahrungen zu schildern.
Zeugen, der Sachverständige und die Auswahl der Geschworenen nach Lynes’ Darstellung
Vierzehn solcher Anwender sagten im Prozess aus. Unter ihnen war der sechsundsiebzigjährige James Hannibal, der über das Verschwinden einer Katarakt sprach, sowie Menschen, die eine Besserung von Blasen- und Darmbeschwerden, Hautveränderungen, Schmerzen und Wucherungen beschrieben. Lynes hebt besonders den staatlichen Sachverständigen Paul Shea hervor. Dieser soll das Gerät zwei Monate lang gehabt, aber eingeräumt haben, es weder getestet noch Versuche damit durchgeführt zu haben; nach einer Besichtigung habe er entschieden, es besitze keine heilenden Eigenschaften. Außerdem behauptet der Autor, der Vorsitzende der Jury sei ein AMA-Arzt gewesen. Die übrigen Geschworenen seien so ausgewählt worden, dass sie weder medizinische noch elektronische Kenntnisse hatten und keine Zeitungen lasen, die alternativen Behandlungen wohlgesinnt waren.
Crane wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nach Rechtsmitteln hob der Oberste Gerichtshof Kaliforniens zwei der drei Schuldsprüche auf, weil ein besonderer strafrechtlicher Vorsatz nicht nachgewiesen worden war; Crane verbrachte drei Jahre und einen Monat im Gefängnis. Dies war das Strafverfahren von 1961, getrennt von dem Zivilprozess, in dem Beam Ray 1939 gegen Hoyland gewonnen hatte. Lynes schreibt, der Druck nach der Verurteilung habe auch Stafford erreicht, der die Medizin aufgegeben habe und Verkäufer geworden sei, sowie einen Arzt in Salt Lake City, der nach einer Sabotage seines Geräts und weiterer Verfolgung Suizid begangen habe.
Nach seiner Entlassung gab Crane nicht auf. Im Oktober 1965 beantragte er im Namen des Rife Virus Microscope Institute beim kalifornischen Ausschuss für öffentliche Gesundheit erneut die Zulassung des Instruments. Rife war aus Mexiko zurückgekehrt, blieb aber im Hintergrund. Die Antwort vom 17. November besagte, Sicherheit und Wirksamkeit seien nicht nachgewiesen. Lynes beschreibt hier einen geschlossenen Kreis: Ohne anerkannten Nutzen gab es weder Patent noch Geld, ohne die Mitarbeit von Ärzten ließen sich die von den Behörden verlangten Nachweise nicht sammeln.
Chromiaks Aussage und die Fälle zweier Chiropraktiker
Ein weiteres dokumentarisches Zeugnis ist die eidesstattliche Erklärung von George Chromiak junior vom 7. Januar 1965. Er beschrieb eine Infektion mit Staphylococcus aureus, die er sich 1960 bei seiner Arbeit in einem Krankenhaus in Cleveland zugezogen hatte. Seinem Bericht zufolge wurde sie antibiotikaresistent, systemisch und chronisch und verursachte langwieriges Leiden sowie Krankenhausaufenthalte. Dem Instrument schrieb er nach jahrelangen Beschwerden eine Linderung und das Verschwinden der systemischen Infektion zu. Zugleich nannte er eine dauerhafte Schädigung seiner rechten Hand und seines Handgelenks sowie eine eingeschränkte Gebrauchsfähigkeit der Gliedmaße. Die Erklärung enthält somit sowohl seine Überzeugung vom Nutzen des Geräts als auch eine Beschreibung der zurückgebliebenen Krankheitsfolgen. Er schloss sie mit einem Bekenntnis zur Forschungsfreiheit. [14]
Zur Veranschaulichung nennt er zwei Chiropraktiker. Charles W. Bunner bot eine Erklärung über die Wirkung des Geräts an; daraufhin soll ihn ausgerechnet die Abteilung besucht haben, die Nachweise verlangte, ihm die Anwendung verboten und eine gerichtliche Anordnung zur Vernichtung des Instruments erwirkt haben. Les Drown soll nach seiner Erklärung von einem Mitarbeiter der American Cancer Society aufgesucht worden sein, der ihn bei einem unerlaubten Vorgehen ertappen wollte; er musste das Gerät abgeben oder Gefängnis riskieren. Für Lynes sind dies entscheidende Beispiele seiner These, die Behörden hätten nicht nur vorgelegte Belege abgewiesen, sondern auch die Entstehung neuer verhindert. [8]
Virginia Livingston und die Forscher, die Lynes mit Rife verbindet
Lynes sucht die Fortsetzung von Rifes Geschichte nicht allein in elektronischen Geräten. Einen großen Teil des Buches widmet er Forschern auf dem Gebiet der Mikroorganismen, deren Ergebnisse er als späte Bestätigung von Rifes Richtung versteht. Im Mittelpunkt steht Virginia Livingston-Wheeler, die auch unter den Namen Wuerthele-Caspe und Wuerthele-Caspe-Livingston veröffentlichte. Dem Buch zufolge begann sie im Sommer 1947, Tumoren zu untersuchen, und beobachtete in ihnen denselben Organismus. Im folgenden Jahr regte Eleanor Alexander-Jacksons Arbeit über den Formenwechsel des Tuberkelbazillus sie dazu an, bei dem von ihr mit Krebs verbundenen Organismus nach ähnlichen Übergängen zu suchen.
Frühe Veröffentlichungen und Verbindungen zwischen Forschern
Im März 1948 stellte sie ihre Ergebnisse gemeinsam mit dem Mikroskopiker Roy M. Allen vor und veröffentlichte sie im August im Mitteilungsblatt der New York Microscopical Society. Lynes verbindet anschließend mehrere Forschungsstränge: Gruners kanadische Arbeit, Couches Besuch von 1949, Irene Corey Dillers Entdeckung von Pilzformen und James Hillmans Beobachtungen in den RCA-Laboratorien. Livingston-Wheelers Artikel vom Dezember 1950 zeigte seiner Darstellung zufolge die Übertragung der Krankheit auf Versuchstiere und die erneute Isolierung des entsprechenden Organismus. Der Autor versteht dies als Erfüllung der Koch’schen Postulate (Regeln zur Prüfung, ob ein bestimmter Mikroorganismus eine bestimmte Krankheit verursacht) und als wichtiges Argument für den bakteriellen Ursprung von Krebs, den er vertrat.
Doch auch hier erzählt Lynes eine Geschichte verschlossener Türen. Cornelius P. Rhoads von Memorial Sloan-Kettering schreibt er die Verhinderung von Dillers Symposium im Jahr 1950 zu. Als Livingston-Wheelers Gruppe 1953 auf dem internationalen Mikrobiologenkongress in Rom auftrat, berichtete die Washington Post darüber. Laut dem Buch folgten eine Ablehnung durch die New Yorker medizinische Akademie und die Einstellung der Finanzierung des Rutgers-Presbyterian-Labors, die Lynes ebenfalls Rhoads zuschreibt. Livingston-Wheeler verlor ihre Stelle und zog nach Kalifornien, zunächst nach Los Angeles und 1955 nach San Diego.
Auf dem Kongress in Antwerpen 1958 fand sie dem Buch zufolge deutlich mehr Interesse an Pleomorphismus und immunologischen Ansätzen. 1959–1960 besuchte sie häufig Rifes neues Labor und half, Mäuse für die Versuche zu beschaffen. Ihre Erklärungen des sich wandelnden Mikroorganismus waren verwandt, die Behandlungswege jedoch verschieden: Sie entwickelte ein Serum, er ein elektrisches Instrument. Lynes beschreibt diese Begegnung als Verbindung zwischen zwei Generationen, die auf unterschiedlichen Wegen zu ähnlichen Fragen gelangt waren. Livingston-Wheeler setzte ihre Veröffentlichungen und Kongressauftritte fort, während Rifes Mitarbeiter in ein neues Gerichtsverfahren gerieten.
Weitere Versuche, Arbeitsunterbrechungen und spätere Ideen
Lynes führt dabei den Selbstversuch der Mailänder Forscherin Clara Fonti von 1959 an. Seiner Darstellung nach brachte sie eine Bakterienkultur in ihren Körper ein, die das Buch mit Krebs in Verbindung bringt, entwickelte anschließend einen Tumor und ließ ihn operativ entfernen. Der Autor stellt das Ereignis als Versuch am Menschen dar, der seiner Ansicht nach die vorangegangenen Übertragungen zwischen Blut, Krebsgewebe, Pilzkultur und Versuchstieren wiederholt habe. Der kurze Bericht erhält in seiner Argumentation großes Gewicht: Er will zeigen, dass sich die Debatte über den vermuteten Mikroorganismus nicht auf die Beobachtung von Präparaten beschränkte. [9]
Livingstons Lebensweg wurde 1962 erneut durch einen Herzinfarkt unterbrochen; dem Buch zufolge arbeitete sie bis 1965 kaum. Damals verfasste sie mit Alexander-Jackson eine neue Abhandlung. 1966 traten beide bei einem Seminar für Wissenschaftsjournalisten in Arizona auf; bei ihrer Rückkehr an die Columbia University erfuhr Alexander-Jackson jedoch, dass ihre Arbeit eingestellt worden war. Lynes verbindet den Vorfall mit dem anhaltenden Widerstand der Institutionen. Im Mai desselben Jahres versuchten Rife und seine Mitarbeiter, das Institute for Cancer Research in Philadelphia für das Frequenzinstrument zu gewinnen, doch die Einrichtung zog sich zurück. Für den Autor sind dies weitere Beispiele dafür, wie eine Zusammenarbeit gerade beim Versuch einer breiteren Überprüfung abgebrochen wurde. [9]
Für die spätere Entwicklung hebt das Buch Diller und Florence Seibert hervor, die 1967 über die Isolierung von Bakterien aus allen erhaltenen Tumoren berichteten. 1969 traten Livingston-Wheeler, Alexander-Jackson, Diller und Seibert vor der New York Academy of Sciences auf; ihr 1970 veröffentlichter Beitrag beschrieb einen stark pleomorphen Mikroorganismus, den sie mit verschiedenen bösartigen Erkrankungen bei Menschen und Tieren in Verbindung brachten. Lynes hört in diesen Beschreibungen ein Echo von Rife, Kendall, Rosenow und Gruner. Er betont besonders, dass die Forscherinnen aus verschiedenen Einrichtungen kamen.
Livingston-Wheeler eröffnete 1968 gemeinsam mit ihrem Mann eine Klinik in San Diego. Nach ihren von Lynes wiedergegebenen Angaben behandelten sie dort bis 1983 mehr als zehntausend Krebspatienten und erzielten eine Erfolgsquote von achtzig Prozent. 1972 veröffentlichte sie das Buch Cancer: A New Breakthrough, später auch The Conquest of Cancer. Lynes stellt ihren Veröffentlichungen Lida Mattmans Arbeit über zellwandlose Formen von 1974 sowie das Buch A New Bacteriology von Sorin Sonea und Maurice Panisset zur Seite. Darin sieht er die Wiederkehr von Fragen, die zu Rifes Zeit an den Rand gedrängt worden waren.
Lynes stellt die späteren Ereignisse auch in den Zusammenhang mit dem groß angelegten, öffentlich finanzierten Krieg gegen den Krebs. Er führt an, Richard Nixon habe am 23. Dezember 1971 ein Gesetz im Umfang von 1,6 Milliarden Dollar unterzeichnet und das NCI habe bis 1985 jährlich 1,2 Milliarden Dollar ausgegeben. Livingston kritisierte in ihrem Buch von 1972 scharf die Verwendung des Geldes, die Erprobung von Medikamenten und den Einsatz von Patienten ohne deren vollständige Kenntnis und Zustimmung. Lynes fasst ihre Angaben zu fünfhundert Millionen Dollar in dreizehn Jahren, hundertsiebzigtausend getesteten Medikamenten und mehr als hunderttausend Patienten zusammen. Er verwendet die Zahlen für seinen Vorwurf, Mittel und Einfluss seien gewachsen, während andere Forschungswege ohne Unterstützung geblieben seien. [9]
Ihre spätere Vision erweitert Lynes um Ernährung und Krankheitsvorbeugung. Er fasst Livingstons Warnungen vor dem vermuteten Mikroorganismus in Geflügel und Eiern sowie ihren Vorschlag einer Immunisierung von Rindern und Geflügel mit Serum zusammen. Anschließend verbindet er dies mit Rifes Idee, BX in Fleisch unschädlich zu machen, und mit dessen Behauptungen über Schweinefleisch und Pilze. Der Autor denkt außerdem über die Behandlung von Blut in Blutbanken nach. Livingston schreibt er auch den Vorschlag einer frühen Immunisierung von Kindern und die Überzeugung zu, Krebs ließe sich innerhalb eines Jahrzehnts beseitigen. Das Buch stellt dies als ihre und des Autors historische Vorstellungen dar: Lynes veranschaulicht damit den Umfang jener Zukunft, die seiner Überzeugung nach durch den Verlust von Rifes Arbeit versperrt wurde. [9]
Die Erzählung schließt auch einen persönlichen Kreis. Livingston-Wheeler heiratete 1976 Owen Wheeler, der Rife schon als junger Mann gekannt und Zeit in seinem Labor verbracht hatte. Im selben Jahr veröffentlichte Christopher Bird einen Artikel über das Schicksal von Rifes Mikroskop. Für Lynes bedeuten diese beiden Begegnungen, dass die Geschichte trotz jahrzehntelangen Schweigens nicht abgerissen war: Sie lebte in Menschen, Dokumenten, Instrumenten und verwandten Forschungsfragen weiter. [9]
The Victims: Der menschliche Preis in Lynes’ Erzählung
Das Kapitel The Victims unterbricht die Abfolge von Laboratorien, Briefen und Gerichtsverfahren. Lynes will die Menschen zeigen, die seiner Überzeugung nach hinter den großen Todeszahlen stehen. Zunächst stellt er Dorothy Lynch aus Dorchester in Massachusetts vor, die während ihrer Krankheit nach Informationen über andere Ansätze suchte. Ihren Weg begleitet das Buch Exploding into Life, in dem sie mit ihrem Mann, dem Fotografen Eugene Richards, Text und Fotografien der Krankheit und des Krankenhausalltags verband. Das zweite Beispiel ist der neunjährige Mark Johnson aus La Crosse in Wisconsin, Autor von The Great Planet Swap and Other Stories, der nach vierjähriger Krankheit an Leukämie starb.
Lynes verbindet ihr Schicksal mit seinem zentralen Vorwurf: Er ist überzeugt, dass Menschen durch die Unterdrückung von Rifes Arbeit eine Möglichkeit vorenthalten wurde, die ihr Leben hätte verändern können. Das Kapitel ist deshalb nicht nur die Beschreibung zweier Personen, sondern Ausdruck seiner Wut und Trauer. Er beendet es mit dem Brief eines Marineoffiziers an Rife aus dem Jahr 1953. Der Verfasser erinnert sich an Laborbesuche in seiner Jugend, bewundert Rifes Mikrofotografien und bedauert, dass die Welt erneut nach Antworten suchen müsse, die Rife seiner Überzeugung nach bereits gegeben hatte. [11]
Cancer and AIDS: Die Sicht des Buches aus den achtziger Jahren
Im Kapitel Cancer and AIDS erweitert Lynes die Erzählung auf die damals entstehende Epidemie. Ausgangspunkt bleiben Gruners Vorstellung eines Organismus, der verschiedene Formen annehmen kann, und die Verbindung, die der Autor zwischen Gruner, Livingston-Wheeler und Rife sieht. Anschließend stellt er den Arzt und Autor Alan Cantwell vor. Cantwell berichtete, denselben Mikroorganismus bei Krebs und beim Kaposi-Sarkom gefunden zu haben, das das Buch mit Aids in Verbindung bringt. Davon getrennt vertrat er die These, derselbe Organismus verursache auch Aids; deshalb müsse die Aidsforschung eine bakterielle Erklärung ernsthaft berücksichtigen. Lynes nimmt diese Aussagen als Fortsetzung des alten Streits über Pleomorphismus auf.
Gruners Deutung der Ernährung und der Streit um Forschungsrichtungen
Gruners Argument in diesem Kapitel ist nicht nur theoretischer Natur. Lynes fasst seine Behauptung zusammen, eine Mahlzeit mit Schweinefleisch führe acht oder neun Stunden lang zu einem Blutbild, das sich nicht von dem eines Krebspatienten unterscheiden lasse; anschließend normalisiere sich der Zustand wieder. Er verbindet sie mit der Schweinedarmbasis von Kendalls K-Nährboden und mit Rifes Beobachtung, ein solches Milieu fördere das Wachstum des vermuteten Krebs-Mikroorganismus. Gruners Beschreibung verwendet er deshalb als Fortführung der These, der Organismus verändere sich abhängig von Ernährung beziehungsweise Milieu. Das Buch geht hier von der Laborerklärung zu einer wesentlich umfassenderen Deutung der Beziehungen zwischen Nahrung, Blut und Krankheit über. [11]
Dem stellt das Buch Robert Gallo vom National Cancer Institute gegenüber, der diese Erklärung entschieden ablehnte. Lynes behauptet, Geld sei in etablierte Forschungsrichtungen geflossen, während andere ausgeschlossen worden seien. Als Beispiel nennt er auch eine Untersuchung von Sloan-Kettering aus dem Jahr 1975: Seiner Erzählung zufolge wurde der Organismus in Blutkulturen von Krebspatienten als äußere Verunreinigung erklärt und die Arbeit beiseitegelegt. Bei dieser Aussage verweist er den Leser auf Raymond Browns Buch über Aids, Krebs und medizinische Einrichtungen.
Cantwell hielt in seinem Buch Aids: The Mystery and the Solution seine Überzeugung fest, »Aids sei Krebs und Krebs sei Aids«. Er spekulierte auch darüber, ob bestimmte medizinische Verfahren unbeabsichtigt zur Entstehung virulenterer Formen des vermuteten Bakteriums beigetragen hätten. Indem Lynes seine Behauptungen zusammenfasst, verschärft er die Warnung, bei der neuen Epidemie könne sich seiner Ansicht nach die Geschichte einer übergangenen Entdeckung wiederholen. Das Kapitel zeigt, wie der Autor 1987 die Dringlichkeit seines Buches verstand: Er wollte nicht nur Rifes Vergangenheit wiederherstellen, sondern erreichen, dass die Leser eine erneute Prüfung seiner Ideen und die Öffnung anderer Forschungswege verlangten. [11]
1968–1992: Die letzten Jahre, erhaltene Dokumente und Lynes’ Buch
Im März 1968, wenige Monate vor seinem achtzigsten Geburtstag, übertrug Rife das Eigentum am Mikroskop auf John F. Crane. Nach dem von Lynes beschriebenen Dokument wollte er es noch patentieren lassen; die Rechte sollten Crane gehören. Die Frequenzinstrumente betrachtete er als ihre gemeinsame Erfindung, da beide zu den neuen Ausführungen beigetragen hatten. Er starb 1971. Zurück blieben Instrumente, Pläne, Briefe, Fotografien und Erinnerungen von Mitarbeitern, die zur Grundlage späterer Versuche wurden, sein Werk wieder zu einem Ganzen zusammenzufügen.
Crane, die Bewahrung der Unterlagen und die spätere Geschichte des Mikroskops
Crane spielte bei der Bewahrung dieses Materials eine zentrale Rolle. Lynes erkennt seine Beharrlichkeit an und dass er nicht aufgab, als andere sich zurückzogen. Zugleich kritisiert er ihn scharf: Ihm habe Johnsons organisatorisches Geschick gefehlt, er habe fähige Fachleute, Geschäftsleute und Juristen abgestoßen und Jahre mit unzureichend vorbereiteten Klagen verloren. 1959 verlangte er von möglichen Investoren hundertfünfzig Millionen Dollar. Später reichte er selbst umfangreiche Klagen gegen den Staat Kalifornien, Nelson Rockefeller und zahlreiche andere ein. Nach Lynes’ Ansicht verbrauchte er damit Energie, die Forschung und Zusammenarbeit hätte zugutekommen sollen.
Birds Artikel What Has Become of the Rife Microscope? vom März 1976 brachte die Geschichte den Lesern wieder näher. Zwischen 1984 und 1988 wechselte das Universalmikroskop zwischen Gruppen, die es restaurieren wollten, laut dem Buch aber keine Fortschritte machten. Schließlich war ein Verfahren vor einem Bundesgericht nötig, um es an Rife Labs zurückzugeben. Diese Gesellschaft war gegründet worden, um die Arbeit mit modernen wissenschaftlichen Verfahren erneut zu untersuchen. Der Schluss der verwendeten Ausgabe beschreibt ihre vorsichtige Bewertung der elektronischen Instrumente und die Hoffnung, die unterbrochene Forschung eines Tages fortsetzen zu können.
Barry Lynes lernte Crane Anfang 1986 kennen. Nach seiner eigenen Darstellung war er zunächst skeptisch, doch dann überzeugte ihn die Menge der erhaltenen Dokumente davon, dass er die Geschichte schreiben musste. Der erste Druck von The Cancer Cure That Worked! erschien im März 1987; es folgten Nachdrucke, darunter der vierte im April 1992, auf dem dieser Artikel beruht. Mattinglys Vorwort ruft zur erneuten Prüfung von Rifes Arbeit auf und fragt danach, wie unsere Erwartungen beeinflussen, was wir unter dem Mikroskop überhaupt zu sehen vermögen.
Mattinglys Vorwort: Beobachtung, Licht und Formveränderungen
Mattingly wirft im Vorwort zunächst die Frage nach dem Beobachter selbst auf. Menschen verfügen nicht über gleich empfindliche Sinne, und Wissen sowie Erfahrung beeinflussen das Erkennen des Gesehenen. Beim Mikroskop kommen die Wahl der Linsen, der Beleuchtung, der Farbstoffe und der Präparation hinzu. Das Vorwort behandelt deshalb nicht nur die Leistung des Geräts, sondern auch die Frage, ob der Forscher bereit ist, ein unerwartetes Phänomen zu erkennen. Mit einer Erzählung über das Nichterkennen großer Schiffe außerhalb der vertrauten Welt veranschaulicht Mattingly seinen Gedanken, dass das für einen Beobachter Offensichtliche für einen anderen nicht unbedingt offensichtlich sein muss. Dieses Verständnis des Sehens stellt er Rifes Auseinandersetzung mit der etablierten Mikroskopie zur Seite. [1]
Das Vorwort verbindet Béchamps Mikrozymen mit Enderleins Endobionten und Reichs Bionen. Mattingly behandelt sie als ähnliche oder möglicherweise identische winzige lebende Teilchen, die unter verschiedenen Namen beobachtet wurden; er betont die Verwendung des Dunkelfelds (eines Mikroskopieverfahrens, bei dem beleuchtete Teilchen vor dunklem Hintergrund hervortreten) und die Schwierigkeiten bei der Anerkennung ungewöhnlicher Beobachtungsmethoden. Rifes Beleuchtung bezeichnet er als noch weniger bekannt. Anschließend greift er auf Gustave Le Bon und spätere biophysikalische Forschungen zur Wechselwirkung zwischen Licht und lebenden Systemen zurück. Seine Erklärung lautet, einstellbares Licht könne auf die charakteristische Reaktion eines Mikroorganismus abgestimmt werden und eine Resonanz erzeugen, durch die dieser scheinbar selbst aufleuchte. Dies ist Mattinglys Erklärung eines möglichen Prinzips von Rifes Instrument. [1]
Mattingly erweitert den Pleomorphismus zu einer allgemeinen Betrachtung des Lebens. Er verbindet den Formenwandel mit der Entwicklung des Organismus, der Evolution und der Symbiose und widerspricht der Vorstellung, Bakterien müssten eine Ausnahme sein. Béchamps Deutung nutzt er für eine Diskussion über Bakterien, die aus Teilchen in den lebenden Systemen selbst hervorgehen sollen, und über die Beziehung zwischen innerem Milieu, degenerativen Erkrankungen und krankhaften Formen. Seiner Ansicht nach erschwerte die Untersuchung toter, gefärbter Präparate das Verständnis der Vorgänge im lebenden Organismus. Aus diesen Überlegungen leitet er die Notwendigkeit eines gemeinsamen Rahmens zur Beobachtung lebender Präparate und die Bereitschaft ab, alte theoretische Streitfragen erneut aufzugreifen. [1]
Bei neuen Mikroskopen bleibt Mattingly vorsichtig: Ultraviolettes Licht schadet seiner Ansicht nach den beobachteten Bakterien, und die rechnergestützte Bildverbesserung kann die Deutung zusätzlich erschweren. Er erwähnt ein wenig bekanntes französisches Instrument aus den sechziger Jahren, dem er eine Vergrößerung von 4.500 und eine Auflösung von 150 Ångström (Längeneinheiten; ein Ångström ist ein Zehnmilliardstel eines Meters) sowie eine Kombination aus Dunkelfeld, nahezu ultraviolettem Licht und Laser zuschreibt. Abschließend berichtet er von seiner eigenen Beobachtung eines pleomorphen Prozesses in frischen, unbehandelten Blutproben mit einem Forschungsmikroskop im Dunkelfeld. Er betont die Bedeutung vorherigen Lernens und der Begleitung durch einen Mentor. Das Vorwort schließt er mit dem Aufruf, Rifes Geräte und seine Arbeit im Licht neuer Erkenntnisse erneut fair zu untersuchen. [1]
Am Ende ruft Lynes die Leser dazu auf, ihren politischen Vertretern und den Medien zu schreiben. Er will, dass das Buch Handlungen auslöst. Die Schlussbemerkung des Verlags bezieht seinen Vorwurf auf bestimmte Menschen vergangener Jahrzehnte und drückt zugleich Respekt vor dem Einsatz der meisten Ärzte und Chirurgen aus. So endet die Erzählung mit derselben Hoffnung, die Rife, Johnson, Crane und die späteren Forscher verbindet: dass jemand die erhaltenen Geräte und Dokumente wieder zur Hand nehmen, sie untersuchen und die Fortsetzung einer Arbeit ermöglichen würde, die sie für unvollendet hielten. [1] [8]
Die wichtigsten Stationen
- 1888Rife wird in Elkhorn in Nebraska geboren.
- 1913Er zieht nach San Diego, wo er seine mechanischen und optischen Arbeiten weiterentwickelt.
- 1920–1929Er baut erste Mikroskope und elektrische Instrumente; 1929 zieht seine Arbeit die Aufmerksamkeit der Presse auf sich.
- 1931–1932Zusammenarbeit mit Kendall und Johnson, erste Fachveröffentlichungen und Streit über die Deutung der Beobachtungen.
- 1933Fertigstellung des Universalmikroskops.
- 1934Klinik in La Jolla; Lynes berichtet von sechzehn Heilungen, wobei das Buch mehrere unterschiedliche zeitliche Zusammenfassungen der Ergebnisse nennt.
- 1935–1937Neue Geräte, weitere Kliniken, Zusammenarbeit mit Gruner und erfolglose Suche nach dauerhafterer Finanzierung.
- 1938–1939Beam Ray weitet den Gerätebau aus. Die Gesellschaft gewinnt 1939 den Zivilprozess, doch der Streit erschöpft die Beteiligten und unterbricht den geschäftlichen Aufschwung.
- 1944Veröffentlichung von Seidels und Winters Artikel über das Instrument; Johnsons Tod.
- 1950–1957Rife arbeitet mit John Crane zusammen; neue Ausführungen entstehen, darunter kleinere Kontaktgeräte.
- 1960–1965Beschlagnahme der Ausrüstung, Strafverfahren und Cranes Haft; ein neuer Zulassungsantrag wird abgelehnt.
- 1968–1971Übertragung des Mikroskops auf Crane 1968 und Rifes Tod 1971; parallel entwickelt sich die Arbeit Livingston-Wheelers und anderer Forscherinnen.
- 1976–1992Erneutes Interesse, Lynes’ Sichtung des Materials 1986, erste Buchausgabe 1987 und spätere Nachdrucke.
Quellen und Hinweise zum historischen Material
- Barry Lynes, The Cancer Cure That Worked! Fifty Years of Suppression. Marcus Books, © 1987; verwendeter vierter Druck, April 1992, ISBN 0-919951-30-9. Angaben zur Ausgabe: PDF S. 2–3; Vorstellung der Beteiligten und des Autors: gedruckte S. 1–2 / PDF 7–8; Vorwort von John W. Mattingly: gedruckte S. 3–10 / PDF 9–16; frühe Jahre: Kapitel 4–5, gedruckte S. 33–40 / PDF 39–46; Schlussbemerkung des Verlags: PDF 165. Die PDF-Zahlen bezeichnen die Seiten des verwendeten 166-seitigen Scans.
- Lynes, Kapitel 6, gedruckte S. 41–47 / PDF 47–53: Zusammenarbeit mit Kendall und Johnson, Zeitungsberichte, Abendessen 1931, Auftritt in Baltimore und Rosenows Veröffentlichungen. Das Buch gibt den Artikel von Rife und Kendall in California and Western Medicine (Dezember 1931), die Meldung in Science News (11. Dezember 1931) und Rosenows Bericht in Science (26. August 1932) wieder.
- Lynes, Kapitel 7–8, gedruckte S. 49–58 / PDF 54–63: BX, Versuchsbeschreibungen, Artikel von 1933, Universalmikroskop und Johnsons Briefe über die Vorbereitung der Klinik. Fotografie des Mikroskops: Anhang G, gedruckte S. 149 / PDF 145. Porträt von 1931: Anhang C, gedruckte S. 145 / PDF 141.
- Lynes, Kapitel 9, gedruckte S. 59–65 / PDF 64–70: Klinik von 1934, Rifes Bericht vom 1. Dezember 1953, Kendalls Brief über Tom Knight, Couches Aussage und Johnsons Brief über die Aufzeichnungen. Faksimiles in den Anhängen I–L: gedruckte S. 151–155 / PDF 147–151. Angaben zu den sechzehn beziehungsweise vierzehn Fällen und den beiden übrigen: Einleitung, gedruckte S. 1 / PDF 7; gedruckte S. 61 / PDF 66; gedruckte S. 103 / PDF 104; gedruckte S. 116 / PDF 116. Die zeitlichen Zusammenfassungen im Buch unterscheiden sich.
- Lynes, Kapitel 10–12, gedruckte S. 67–85 / PDF 71–89: International Cancer Research Foundation, Gruner, Walker, Entwicklung von Geräten und Mikroskopen, Kliniken, Labor und Finanzierungspläne. Die Briefe werden anhand der Zitate und Reproduktionen im Buch wiedergegeben.
- Lynes, Kapitel 13–14, gedruckte S. 87–99 / PDF 90–101: Beam Ray, Zusammenarbeit mit England, Cullens Aussagen über Fishbein und die AMA, Zivilprozess 1939, seine Folgen, Johnsons Tod und Ereignisse im Labor. Ausführlichere Erzählung Cullens über Hamers Patienten und Fishbeins Angebot: Kapitel 3, gedruckte S. 29–30 / PDF 35–36. Vorwürfe und die Zuschreibung von Motiven werden als Lynes’ Deutung beziehungsweise als von ihm angeführte Aussagen dargestellt.
- Lynes, Kapitel 15, gedruckte S. 101–107 / PDF 102–108: Kendalls Auftritt, Mikroskopie, Rifes öffentliche Erklärung von 1938, Bericht über die beiden übrigen Patienten, Seidels Beschreibung der Optik und des Frequenzinstruments. Die Bibliografie, gedruckte S. 139 / PDF 137, nennt Raymond E. Seidel und M. Elizabeth Winter, Journal of the Franklin Institute, Februar 1944, sowie den Nachdruck im Jahresbericht der Smithsonian Institution.
- Lynes, Kapitel 19, gedruckte S. 127–136 / PDF 125–134: John Crane, neue Geräte, Staffords Bericht und die Angaben zu den Obduktionen, Labortests, Beschlagnahme, Strafverfahren 1961, Rechtsmittel, Haft und Antrag von 1965. Außerdem Rifes späte Jahre, Cranes geschäftliche und rechtliche Schwierigkeiten sowie das Schicksal des Mikroskops. Fotografie Rifes von 1960: Anhang U, gedruckte S. 164 / PDF 161.
- Lynes, Kapitel 16, gedruckte S. 109–119 / PDF 109–119: Virginia Livingston-Wheeler, Eleanor Alexander-Jackson, Irene Diller, Florence Seibert und weitere Forscher, die der Autor mit Rifes Arbeit verbindet; Veröffentlichungen, Treffen und Klinik in San Diego. Die Darstellung einer späteren Bestätigung von Rifes Ideen folgt Lynes’ Deutung im Buch.
- Cancer Research UK, Rife machines. Quelle der kurzen medizinischen Anmerkung aus heutiger Sicht am Ende des Artikels. Website geprüft am 28. Oktober 2026. Cancer Research UK
- Lynes, Kapitel 17–18, gedruckte S. 121–125 / PDF 120–124: The Victims und Cancer and AIDS. Die Erzählungen über Dorothy Lynch und Mark Johnson sowie die Ausweitung der These auf Aids durch den Autor gehören zum historischen und polemischen Rahmen des Buches aus den achtziger Jahren.
- Lynes, Kapitel 2–3, gedruckte S. 17–32 / PDF 23–38: Béchamp, Pasteur, Pleomorphismus, Kendall und Rivers; die Darstellung amerikanischer Gesundheitsinstitutionen, der AMA, der Werbung, der Forschungsfinanzierung und privater Interessen durch den Autor. Das Buch beruft sich unter anderem auf E. Douglas Hume, Morris A. Beale, Paul Starr und Ralph W. Moss.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO), HIV and AIDS. Quelle der kurzen medizinischen Anmerkung aus heutiger Sicht. Website geprüft am 28. Oktober 2026. WHO
- Lynes, dokumentarische Anhänge N–O, T, V–X: Johnsons Briefe über Mrs Young und Foords Befunde (PDF 153–155; PDF 155 wiederholt den Brief auf PDF 153); Erklärung von Charles F. Tully vom 1. Juni 1954 (PDF 160); eidesstattliche Erklärung von George Chromiak Jr. vom 7. Januar 1965 (PDF 162); Erklärung von Blanche H. Jones vom 16. Januar 1968 über die Behandlung 1956 (PDF 163); vergleichende Übersicht der Eigenschaften von Bakterien und Viren (PDF 164). Vorwort von John W. Mattingly: PDF 9–16. Die Angaben werden als Zeugnisse und Deutungen im Buch wiedergegeben.
Eine kurze medizinische Anmerkung aus heutiger Sicht
Der Artikel gibt Barry Lynes’ historische Erzählung wieder. Cancer Research UK erklärt, dass es keine verlässlichen Belege dafür gibt, dass Rife-Geräte gegen Krebs wirken. Aids ist die Folge einer fortgeschrittenen HIV-Infektion. Rife-Geräte dürfen eine etablierte medizinische Versorgung weder ersetzen noch verzögern. [10] [13]
